Internationaler Tag der Pressefreiheit 2014
Krueger: „Piratenpartei befürwortet Presseauskunftsgesetz”

Die Pi­ra­ten­par­tei Bayern for­dert aus An­lass des „World Press Freedom Day“ der UNESCO am 3. Mai mehr En­ga­ge­ment al­ler po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen zur Stär­kung der Pres­se­frei­heit. Ak­tuell ge­hö­ren da­zu das Ein­tre­ten für ein Pres­se­aus­kunfts­ge­setz auf Bun­des­ebene und das För­dern des Da­ten­schut­zes, er­klärt Dr. Olaf Konstantin Krueger, Be­auf­trag­ter für Me­dien­po­li­tik des Lan­des­ver­ban­des Bayern der Pi­ra­ten­par­tei.

Das Grund­recht der Pres­se­frei­heit ist von fun­da­men­ta­ler Be­deu­tung für die De­mo­kra­tie und ein We­sens­ele­ment des frei­heit­li­chen Staa­tes. Medien­schaf­fen­de kön­nen sich in der Bun­des­re­publik Deutsch­land auf das Grund­ge­setz be­ru­fen, die Ver­fas­sun­gen der Län­der, die Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes, auf zu­sätz­li­che den Be­rufs­all­tag be­stim­men­de Ge­set­ze und den Pres­se­ko­dex. Ab­seits der aus­for­mu­lier­ten Rechte und Pflich­ten se­hen sich Me­dien­schaf­fen­de aber Wi­drig­kei­ten aus­ge­setzt: Di­gi­ta­li­sie­rung, Glo­ba­li­sie­rung, Öko­no­mi­sie­rung und Ver­net­zung ver­än­dern tief grei­fend Me­dien­märk­te und Be­rufs­bil­der. Der Jour­na­lis­mus muss da­rauf fort­wäh­rend neue Ant­wor­ten fin­den. Zu­gleich war­nen die Be­rufs­ver­bän­de im­mer wie­der vor Ein­schrän­kun­gen der Re­cher­che­mög­lich­keit, Ein­fluss­nah­men auf die Be­richt­er­stat­tung und nach­rich­ten­dienst­li­cher Über­wa­chung. Hier ist po­li­ti­sches Han­deln ge­for­dert. Kon­kret kann die Presse­frei­heit in zweier­lei Hin­sicht ge­för­dert wer­den.

Die Aus­kunfts­rech­te der Jour­na­li­sten ge­gen­über Bun­des­be­hör­den kön­nen ge­stärkt wer­den, in­dem sie ein Presse­aus­kunfts­ge­setz auf Bun­des­ebene fest­schreibt. Da die Pres­se- und Me­dien­ge­set­ze der Län­der kei­ne ge­eig­ne­te Grund­la­ge bie­ten, hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die­sen ver­fas­sungs­ge­mäßen Aus­kunfts­an­spruch be­reits 2013 be­jaht. Ge­han­delt wor­den ist bis­lang nicht, trotz lau­fen­der On­line-Pe­ti­tion beim Deut­schen Bun­des­tag.

Macht­miss­brauch und po­li­ti­sche Fehl­ent­wick­lun­gen wer­den oft nur mit Hil­fe von In­for­man­ten und Whistle­blowern öf­fent­lich. In­for­man­ten­schutz und Re­dak­tions­ge­heim­nis ge­hö­ren des­halb zum Schutz­be­reich des Grund­rechts der Pres­se­frei­heit. Der ver­fas­sungs­recht­lich be­grün­de­te und ge­setz­lich ab­ge­si­cher­te öf­fent­li­che Auf­trag der Jour­na­li­sten wird je­doch durch ei­ne mas­sen­haf­te, an­lass- und ver­dachts­lo­se vor­sorg­li­che Spei­che­rung von Tele­kom­mu­ni­ka­tions­da­ten ge­schwächt: Hin­weis­ge­bern kann kaum mehr Ano­ny­mi­tät ga­ran­tiert wer­den. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof hat zwar ei­ner weit­ge­hen­den Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ei­ne Ab­sa­ge er­teilt. Die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung als sol­che hat er aber nicht für un­zu­läs­sig er­klärt. Da­bei sind die Sicher­heits­be­hör­den bis­lang den kon­kre­ten Nach­weis, dass sich oh­ne Vor­rats­da­ten­spei­che­rung die Sicher­heits­la­ge we­sent­lich ver­schlech­tert, schul­dig ge­blie­ben. Des­halb ist das En­ga­ge­ment für das Recht auf Pri­vat­sphä­re und den Da­ten­schutz zu­gleich ei­nes für den Er­halt der Presse­frei­heit“, be­tont Krueger. 


Erstveröffentlichung

Online: presse.piratenpartei-bayern.de, Frei­tag, 2. Mai 2014.
 

Dr. Olaf Konstantin Krueger M.A.

Digitaljournalist – Digitalpolitiker

%d Bloggern gefällt das: