Corona-Krise: Polizeieinsätze zur Gefahrenabwehr
Eck: Aufwand ist „eindeutig verhältnismäßig“

🦠 Rosenheim — Ein­hun­dert Po­li­zis­ten be­glei­ten ei­ne rund 600 Teil­neh­mer zäh­len­de Kund­ge­bung ge­gen die Corona-Maßnahmen, 16 Be­am­te kon­trol­lie­ren ein hal­bes Dut­zend eng bei­ein­an­der­ste­hen­de Per­so­nen, elf Strei­fen­wa­gen­be­sat­zun­gen be­en­den ei­ne Ge­burts­tags­feier von ge­schätzt bis zu 30 Teen­agern: Die Ro­sen­hei­mer AfD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Franz Bergmüller und Andreas Winhart hal­ten sol­che Po­li­zei­ein­sät­ze für „un­ver­hält­nis­mä­ßig“. Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um des In­nern, für Sport und In­te­gra­tion dringt hin­ge­gen auf das Ein­hal­ten der Baye­ri­schen In­fek­tions­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung. Ziel sei die Ab­wehr von „Ge­fah­ren für die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ordnung“.

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Corona-Krise prägt Polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2020
Bei Regelverstößen „immer sofort lageorientiert einschreiten“

🦠 Rosenheim — Die Polizeiliche Kri­mi­nal­sta­tis­tik 2020 des Po­li­zei­prä­si­di­ums Oberbayern Süd weist mit 54.141 Straf­ta­ten die ge­rings­te Kri­mi­na­li­täts­be­las­tung der letz­ten zehn Jah­re auf. Woh­nungs­ein­brü­che, Dieb­stahls­de­lik­te, Ge­walt­kri­mi­na­li­tät, Ver­mö­gens- und Fäl­schungs­de­lik­te, Cybercrime: al­le­samt rück­läu­fig. Nur Callcenter-Be­trug, Straf­ta­ten ge­gen die sexu­el­le Selbst­be­stim­mung, ins­be­son­de­re Kin­der­por­no­gra­phie, Rausch­gift­kri­mi­na­li­tät und po­li­tisch mo­ti­vier­te Kri­mi­na­li­tät sind ge­stie­gen. Drei Vier­tel al­ler Straf­ta­ten wur­den auf­ge­klärt: Be­leg für „den ho­hen und eta­blier­ten Si­cher­heits­stan­dard im süd­li­chen Oberbayern“, so Po­li­zei­prä­si­dent Robert Kopp. Die Zah­len müss­ten je­doch im Lich­te der Corona-Krise be­trach­tet wer­den, zu­mal mit der Über­wa­chung der Ein­hal­tung der In­fek­tions­schutz­ver­ord­nun­gen ein neu­es Auf­ga­ben­feld ent­stan­den sei. Die er­for­der­li­chen Maß­nah­men zu er­läu­tern, wer­de je­doch „von Tag zu Tag schwe­rer“. Ein Blick in die So­zia­len Netz­wer­ke scheint dies zu be­stä­ti­gen. Spurensuche.

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Umstrittenes Infektionsschutzgesetz im Eiltempo verabschiedet
Grosse-Brömer: „Ein Parlamentsstärkungsgesetz“

🦠 Berlin — Ob­gleich hoch­gra­dig um­strit­ten, ist das drit­te „Ge­setz zum Schutz der Be­völ­ke­rung bei ei­ner epi­de­mi­schen La­ge von na­tio­na­ler Trag­wei­te“ in­ner­halb von nur acht Stun­den von Bun­des­tag und Bun­des­rat ver­ab­schie­det und vom Bun­des­prä­si­den­ten aus­ge­fer­tigt wor­den. Bun­des­re­gie­rung und Lan­des­re­gie­run­gen hof­fen, dass mit die­sem „drit­ten Be­völ­ke­rungs­schutz­ge­setz“ die grund­rechts­ein­schrän­ken­den Maß­nah­men zur Ver­hin­de­rung der Ver­brei­tung des neu­ar­ti­gen Coronavirus’ (SARS-CoV‑2) ge­richts­fest sind. Den­noch se­hen nam­haf­te Ju­ris­ten die ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­den­ken mit die­ser No­vel­le nicht aus­ge­räumt. Auch aus der Op­po­si­tion im Bun­des­tag kommt teils har­sche Kri­tik. Ih­re Stim­men wa­ren für die An­nah­me des Ge­set­zes aber nicht er­for­der­lich. [Galerie]

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Bayern geologisch für Endlager radioaktiver Abfälle geeignet
Ludwig: „Bei uns nicht denkbar“

München / Rosenheim / Mühldorf am Inn — Fast Zwei­drit­tel der Flä­che Bayerns eig­net sich geo­lo­gisch zum End­la­gern hoch­ra­dio­ak­ti­ver Ab­fäl­le für ei­ne Mil­lion Jah­re. Das be­sagt der Zwi­schen­be­richt der für das Such­ver­fah­ren zu­stän­di­gen Bun­des­ge­sell­schaft für End­la­ge­rung (BGE). Da­nach kom­men im Frei­staat sie­ben so­ge­nann­te Teil­ge­bie­te in Fra­ge, län­der­über­grei­fend ins­ge­samt 76 Land­krei­se mit ei­ner Flä­che von fast 42.000 Qua­drat­ki­lo­me­tern. In Süd­ost­ober­bayern eig­ne­ten sich die Land­krei­se Altötting, Mühldorf am Inn, Rosenheim und Traunstein für ein End­la­ger. Die Stand­ort­ent­schei­dung soll im Jahr 2031 fal­len, das End­la­ger 2050 in Be­trieb ge­hen. Doch schon die Ver­öf­fent­li­chung des Zwi­schen­be­richts und die Heraus­nah­me des Salz­stocks Gorleben we­gen geo­lo­gi­scher Män­gel ru­fen im Frei­staat Kri­tik hervor.

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Corona-Warn-App: Freiwilligkeit vs. Nutzungspflicht
Infizierte Arbeitnehmer haben Informationspflicht

🦠 Berlin — Die staat­li­che „Corona-Warn-App (CWA)“ ist fer­tig, kann frei­wil­lig herunter­ge­la­den und kos­ten­los auf dem Smartphone/iPhone in­stal­liert wer­den. Mit breit an­ge­leg­ter Kam­pag­ne wird sie nun be­wor­ben. Die An­wen­dung soll hel­fen, In­fek­tions­ket­ten bes­ser zu er­ken­nen und die Kon­takt­per­so­nen ei­nes In­fi­zier­ten schnell zu in­for­mie­ren. „Ein klei­ner Schritt für je­den von uns, aber ein gro­ßer Schritt für die Pan­de­mie­be­kämp­fung“, froh­lockt der Chef des Bun­des­kanz­ler­amts, Prof. Dr. Helge Braun (CDU). Die im Google Play Store und im App Store down­load­ba­re Tracing-App sei kei­nes­wegs die ers­te zur Kon­takt­ver­fol­gung. „Aber ich bin ziem­lich über­zeugt, es ist die Beste“, strahlt Braun. Tat­säch­lich ist die Re­so­nanz hoch. Doch man­che sträu­ben sich ge­gen die App – aus un­ter­schied­li­chen Grün­den. Ei­ni­ge war­nen so­gar vor Kon­se­quen­zen für Arbeitnehmer.

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Konjunkturpaket gegen die Folgen des Lockdowns
Scholz: „Mit Wumms aus der Krise“

🦠 Berlin — „Wir wol­len mit Wumms aus der Krise kom­men“, be­tont Vi­ze­kanz­ler und Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD). „Grund­stein“ da­für ist laut Bun­des­kanz­le­rin Dr. Angela Merkel (CDU) das 130 Mil­liar­den Eu­ro schwe­re Kon­junk­tur- und Wachs­tums­pa­ket der schwarz-ro­­ten Bun­des­re­gie­rung. Die his­to­risch gro­ße Staats­aus­ga­be be­zweckt, aus dem schwers­ten Wirt­schafts­ein­bruch der Ge­schich­te der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land heraus­zu­kom­men, in­dem der vom Lockdown aus­ge­brems­ten Wirt­schaft wie­der auf die Bei­ne ge­hol­fen und der Kon­sum der Bür­ger an­ge­regt wird. Kern­maß­nah­men der Gro­ßen Koa­li­tion in der Corona-Krise: vorüber­ge­hen­de Ab­sen­kung der Mehr­wert­steuer, Ent­las­tun­gen für Fa­mi­lien, Fi­nanz­sprit­zen für Kom­mu­nen zur Kom­pen­sa­tion der Aus­fäl­le bei den Ge­wer­be­steuer­ein­nah­men, „Über­brü­ckungs­hil­fen“ für Mit­tel­ständ­ler und So­lo­selbst­stän­di­ge so­wie hö­he­re Kauf­prä­mien für kli­­ma- und um­welt­freund­li­che Elek­tro­fahr­zeu­ge. Die Ar­beits­ge­mein­schaft Mit­tel­stand be­wer­tet das Kon­junk­tur­pa­ket als „wert­vol­les Sig­nal zur rich­ti­gen Zeit, um die Fol­gen der Corona-Krise wei­ter ab­zu­fe­dern und auch ein gu­tes Stück aus ihr heraus­zu­füh­ren“. Doch es gibt auch kri­ti­sche Stimmen.

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Kontroverse um „Corona-Demos“
Legitime Kritik oder gefährliche Spinnerei?

🦠 Berlin / München — Der Pro­test ge­gen die staat­li­chen Maß­nah­men zur Ein­däm­mung der Corona-Pandemie schwillt an, geht trotz ers­ter be­hörd­li­cher Lo­cke­run­gen in die Brei­te, ent­wächst den So­zia­len Netz­wer­ken und zeigt sich auf den Stra­ßen. Ers­ten un­ge­ord­ne­ten De­mon­stra­tio­nen tau­sen­der Bür­ger fol­gen zi­vi­le Kund­ge­bun­gen. Ob in Me­tro­po­len wie Ber­lin, Mün­chen, Nürn­berg oder Stutt­gart, in baye­ri­schen Ober­zen­tren wie Bad Rei­chen­hall, Ro­sen­heim und Traun­stein oder Mit­tel­zen­tren wie Traun­reut und Wald­krai­burg: Mit sicht­ba­rer Po­li­zei­prä­senz und kla­rer Ein­schreit­li­nie neh­men un­ter­schied­lich mo­ti­vier­te De­mon­stran­ten das Grund­recht auf Ver­samm­lungs­frei­heit wahr und pro­tes­tie­ren nun meist un­ter Ein­hal­tung der Be­stim­mun­gen zum In­fek­tions­schutz für ih­re An­lie­gen. Zu­gleich wird im­mer ein­dring­li­cher von der Teil­nah­me an „Corona-Demos“ ab­ge­ra­ten: In­ter­es­sen­ver­bän­de, Par­teien und Ver­fas­sungs­schutz war­nen vor Falsch­in­for­ma­tion, ex­tre­mis­ti­schem Ge­dan­ken­gut, Ver­schwö­rungs­theo­rien, Lü­gen, Hass und Hetze.

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Kommunale Spitzenpolitiker begrüßen Behördenverlagerung und Hightech-Agenda
Bauer: „Stärkung des Wirtschaftsstandortes“

München / Rosenheim — Bayerns Ver­wal­tung wird um­ge­baut und Ro­sen­heim zum Zen­trum von „Ober­bayern Süd“. In den nächs­ten zehn Jah­ren sol­len mehr als 3.000 Be­hör­den­ar­beits­plät­ze aus der Lan­des­haupt­stadt Mün­chen in meist struk­tur­schwa­che länd­li­che Re­gio­nen des Frei­staa­tes ver­la­gert wer­den. Mi­nis­ter­prä­si­dent Dr. Markus Söder (CSU) be­zweckt, den länd­li­chen Raum auf­zu­wer­ten und die La­ge in der wach­sen­den Mil­lio­nen­me­tro­po­le Mün­chen zu ent­span­nen. Die­se soll zu­dem ach­ter Re­gie­rungs­be­zirk Bayerns wer­den. Die Re­gie­rung von Ober­bayern wird de­zen­tral auf­ge­stellt: Von ih­ren 1.600 Mit­ar­bei­tern wech­seln je 500 nach In­gol­stadt und Ro­sen­heim, 600 ver­blei­ben in Mün­chen. Im Rah­men ei­ner „High­tech-Agen­da“ ist zu­dem die Ver­ga­be von über 13.200 neu­en Stu­dien­plät­zen au­ßer­halb der Bal­lungs­zen­tren ge­plant. So er­hält die Tech­ni­sche Hoch­schu­le Ro­sen­heim 216 zu­sätz­li­che Stu­dien­plät­ze, Wald­krai­burg wei­te­re 42. Das Echo der hie­si­gen Spit­zen­po­li­ti­ker ist über­wie­gend positiv.

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Zwischenschritt im Verkehrsgroßprojekt Brenner-Nordzulauf
Zwiespältiges Echo auf Trassen-Pläne

Rosenheim — Die Deut­sche Bahn hat ei­ne re­du­zier­te Aus­wahl an Grob­tras­sen zum Bren­ner-Nord­zu­lauf vor­ge­stellt. Von rund 110 al­ter­na­ti­ven Ver­läu­fen sind fünf ver­blie­ben, die sich mit ho­hen Tun­nel­an­tei­len auf zwei gro­be Stre­cken west­lich und öst­lich von Ro­sen­heim kon­zen­trie­ren. Da­zu er­klär­ten uni­so­no Bahn, Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Andreas Scheuer (CSU), der baye­ri­sche Ver­kehrs­mi­nis­ter Dr. Hans Reichhart (CSU) und Ro­sen­heims Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Daniela Ludwig (CSU), ein Aus­bau der Be­stands­stre­cke Kuf­stein/Ro­sen­heim/Mün­chen sei kei­ne Al­ter­na­ti­ve zum Tras­sen­neu­bau. Das Echo der Be­trof­fe­nen ist zwie­späl­tig: Er­leich­te­rung bei je­nen, de­nen er­höh­ter Lärm­schutz und Tun­nel in Aus­sicht ge­stellt wer­den, Ent­täu­schung bei je­nen, die wei­ter auf die al­lei­ni­ge Er­tüch­ti­gung der Be­stands­stre­cke set­zen. Eine „In­fo-Tour“ der Bahn soll bis An­fang Au­gust mit 16 Aus­stel­lun­gen die Grob­tras­sen im Land­kreis Ro­sen­heim er­läu­tern. [Galerie]

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Rosenheimer Rotwesten zeigen Bundesverkehrsminister Scheuer die Rote Karte
Brenner-Nordzulauf: Jetzt wird Tacheles geredet

Rosenheim — Im Streit um die nörd­li­che Zu­lauf­stre­cke zum Brenner Ba­sis­tun­nel (BBT) wer­den ne­ben mög­li­chen neu­en Stre­cken durch das Inn­tal nun die Er­tüch­ti­gung der Be­stands­stre­cke ge­prüft, der Pla­nungs­dia­log ver­bes­sert und das Ver­fah­ren be­schleu­nigt: Bis Ju­li sol­len Vor­schlä­ge für fünf Tras­sen vor­lie­gen. Dies hat Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter An­dre­as Scheuer (CSU) im Land­rats­amt Ro­sen­heim nach ei­nem vier­stün­di­gen Ge­spräch mit rund 100 Be­trof­fe­nen, da­run­ter mehr als 40 Bür­ger­meis­ter und Ver­tre­ter von 14 re­gio­na­len Bür­ger­ini­tia­ti­ven, an­ge­kün­digt. Scheuer prä­sen­tier­te zu­dem die lan­ge ge­for­der­ten Be­darfs­zah­len aus ei­ner Sze­na­rien­stu­die. Bis zum Ein­ver­neh­men scheint der Weg den­noch lang. [Galerie]

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