Streit um Datenschutz in der Schule
Fotografierverbot wegen der EU-DSGVO?

Brüs­sel/Mün­chen — Miss­traui­sche Er­zie­hungs­be­rech­tig­te, ein­ge­schüch­ter­te Lehr­kräf­te, ver­un­si­cher­te Schul­di­rek­to­ren: Ei­ni­ge Er­zie­hungs­be­rech­tig­te ver­wei­gern ei­ne da­ten­schutz­recht­li­che Ein­wil­li­gung, wo­nach Lehr­kräf­te Fo­tos von der Ein­schu­lung und von Schul­klas­sen an­fer­ti­gen und ver­öf­fent­li­chen kön­nen. Man­che Di­rek­to­ren er­las­sen so­gar ein ge­ne­rel­les Fo­to­gra­fier­ver­bot, vor­geb­lich aus da­ten­schutz­recht­li­chen Grün­den. Sind sol­che Fo­tos nun ein Da­ten­schutz­ver­stoß, gar ver­bo­ten durch die Eu­ro­päi­sche Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung?

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EU-DSGVO verlangt Zulässigkeitsprüfung
Videoüberwachung muss abgewogen sein

Brüs­sel/Tö­ging — Vi­deo­über­wa­chung ist nur zu­läs­sig, wenn sie ge­set­zes­kon­form in­stal­liert und be­trie­ben wird. Recht­lich be­rührt sein kön­nen das Grund­recht der frei­en Per­sön­lich­keits­ent­fal­tung, das Recht auf in­for­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung, das Recht am ei­ge­nen Bild, das Straf­ge­setz­buch, be­trieb­li­che Mit­be­stim­mung, Lan­des­da­ten­schutz­ge­set­ze, das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz und die Eu­ro­päi­sche Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung. Leit­linien: In­stal­la­tion und Be­trieb von Über­wa­chungs­an­la­gen müs­sen da­ten­schutz­kon­form sein, Auf­nah­men von öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Be­rei­chen sind re­gel­mä­ßig un­zu­läs­sig, Vi­deo­auf­zeich­nun­gen im ei­ge­nen pri­va­ten Um­feld sind re­gel­mä­ßig zu­läs­sig, die Be­ob­ach­tung muss kennt­lich ge­macht wer­den, frem­des pri­va­tes Um­feld darf nicht ge­filmt wer­den, un­recht­mä­ßig ge­film­te Per­so­nen kön­nen Un­ter­las­sung und Scha­den­er­satz ver­lan­gen. In je­dem Fall ist ei­ne aus­führ­li­che In­ter­es­sen­ab­wä­gung vor­zu­neh­men zwi­schen dem be­rech­tig­ten In­ter­es­se an ei­ner Über­wa­chung und dem Ein­griff in das Per­sön­lich­keits­recht der Be­trof­fe­nen. Kri­te­rien: Recht­mä­ßig­keit, Ver­hält­nis­mä­ßig­keit, Zweck­dien­lich­keit.

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Polizei und Verbraucherzentrale helfen mit Rat und Tat
Identitätsmissbrauch vorbeugen und anzeigen

Ro­sen­heim — Kei­ne fal­sche Scham bei Cy­ber­kri­mi­na­li­tät: „Ru­fen Sie den Po­li­zei­not­ruf 110 an!“, ap­pel­liert Po­li­zei­rat Jo­hann Brum­bauer von der Po­li­zei­in­spek­tion Ro­sen­heim. Und Kri­mi­nal­ober­kom­mis­sa­rin Ve­ro­ni­ka Reit­schuh be­tont: „Sie wer­den nie ab­ge­wie­sen!“ Die Po­li­zei­li­che Kri­mi­nal­sta­tis­tik Bayern 2017 do­ku­men­tiert: Seit 2014 steigt die Zahl der er­fass­ten De­lik­te, bei de­nen zur „Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung“ das In­ter­net als „Tat­mit­tel“ ver­wen­det wur­de. Ein­dring­lich warnt des­halb Si­mo­ne Ober­holz von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bayern, Be­ra­tungs­stel­le Ro­sen­heim: „Die Ge­fahr wächst stän­dig.“ Zu­neh­mend prob­le­ma­tisch: Iden­ti­täts­dieb­stahl. Prä­zi­ser: die miss­bräuch­li­che Nut­zung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten ei­ner na­tür­li­chen Per­son durch Drit­te. „Für Be­trof­fe­ne bleibt häu­fig un­klar, wie die Tä­ter an ih­re di­gi­ta­len Iden­ti­tä­ten ge­langt sind und in wel­chem Um­fang die­se nun ge­nutzt oder wei­ter­ge­ge­ben wer­den“, so Ober­holz. Doch Po­li­zei wie Ver­brau­cher­zen­tra­le bie­ten Un­ter­stüt­zung zur Prä­ven­tion, auch Hil­fe im Ernst­fall. We­ni­ge Maß­nah­men hel­fen be­reits.

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Cryptoparty der Rosenheimer Piraten
Kostenfreie Einführung in Datenschutz und sichere Kommunikation

Ro­sen­heim — Ei­ne kos­ten­freie zwei­stün­di­ge Ein­füh­rung in Da­ten­si­cher­heit, Ver­schlüs­se­lung und si­che­re Kom­mu­ni­ka­tion bie­tet der Kreis­ver­band der PIRATEN am Mitt­woch, 13. Fe­bru­ar, ab 19.30 Uhr in der Lounge des Ro­sen­hei­mer Res­tau­rants zum Santa am Max-Jo­sefs-Platz 20. All­ge­mein ver­ständ­lich er­klä­ren die IT- und So­cial Me­dia-Ex­per­ten Ri­chard Stin­auer aus Bruck­mühl und Ro­ger Rösch aus Mün­chen Mög­lich­kei­ten zum Schutz der Pri­vat­sphä­re. Im Blick­feld der „Cryp­to­par­ty“: Pass­wort­si­cher­heit, Da­ten­ver­schlüs­se­lung, Vi­ren­schutz, ano­ny­mes Sur­fen und Smart­phone-Schutz.

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Datenschutz zur Weihnachtszeit
Was soll’s geben: Geschenk oder Rute?

Brüs­sel/Ber­lin — Den Bra­ven bringt der Weih­nachts­mann an Hei­lig Abend Ge­schen­ke, den Un­ar­ti­gen hin­ge­gen ei­ne Ru­te. Heuer steht Weih­nach­ten un­ter ei­nem be­son­ders hel­len Stern, denn die Eu­ro­päi­sche Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung – kurz: EU-DSGVO – ist seit dem 25. Mai 2018 un­mit­tel­bar an­zu­wen­den­des Recht. Sie ent­hält Vor­schrif­ten zum Schutz na­tür­li­cher Per­so­nen bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten und zum frei­en Ver­kehr von Da­ten so­wie zum Schutz der Grund­rech­te und Grund­frei­hei­ten na­tür­li­cher Per­so­nen und de­ren Recht auf Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten. Wer da­rüber hin­weg sieht, kann sich dies­mal auf ei­ne Ru­te ge­fasst ma­chen: Schon der Ver­sand von Weih­nachts­kar­ten ist kniff­lig.

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Unsicherheiten im Umgang mit der EU-DSGVO befeuern Überreaktionen
Datenschützer warnen vor „Panikmache“

Brüs­sel/Mün­chen — Mas­sen­haf­te Zu­stim­mungs­auf­for­de­run­gen für elek­tro­ni­sche News­let­ter, un­zäh­li­ge Web­sites mit zu be­stä­ti­gen­den Coo­kie-War­nun­gen oder aus Sank­tions­angst und Ab­mahn­furcht ab­ge­schal­te­te On­line-Shops und Ver­eins­por­ta­le: Die aus der Eu­ro­päi­schen Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung – kurz: EU-DSGVO – ab­ge­lei­te­ten Er­for­der­nis­se füh­ren zu man­cher Über­reak­tion. Grund da­für sind Un­si­cher­hei­ten bei der rechts­kon­for­men Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten. Da­ne­ben sor­gen Ab­sur­di­tä­ten für un­nö­ti­ge Auf­re­gung und brin­gen die ver­brau­cher­freund­li­che Ver­ord­nung der Eu­ro­päi­schen Union in Ver­ruf. So ver­lang­te jüngst der 900.000 Mit­glie­der zäh­len­de Ei­gen­tü­mer­ver­band Haus & Grund Deutsch­land ei­ne Klar­stel­lung, ob die Ver­bin­dung von Nach­na­me und Tür­num­mer nach der EU-DSGVO un­zu­läs­sig ist. Dann müß­ten al­le Mie­ter­na­men auf Klin­gel­schil­dern und Brief­käs­ten pseu­do­ny­mi­siert und durch Zif­fern oder Buch­sta­ben­kom­bi­na­tio­nen er­setzt wer­den. Be­hör­den und Da­ten­schüt­zer rea­gier­ten um­ge­hend auf den „Klin­gel­gate“: Ei­ne sol­che Not­wen­dig­keit aus da­ten­schutz­recht­li­chen Grün­den exis­tiert nicht.

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Rosenheimer Verbraucherzentrale zieht positive Jahresbilanz 2017
Oberholz: „Vor Vertragsabschluss AGB lesen!“

Ro­sen­heim — „Man­che Fäl­le sind so skur­ril, das kann sich nie­mand aus­den­ken“, kon­sta­tiert Ver­brau­cher­schüt­ze­rin Si­mo­ne Ober­holz. 933 aus­führ­li­che Be­ra­tun­gen und außer­ge­richt­li­che Rechts­ver­tre­tun­gen hat die Lei­te­rin der Ro­sen­hei­mer Be­ra­tungs­stel­le der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bayern im ver­an­ge­nen Jahr durch­ge­führt (Vor­jahr: 1.023), zu­dem 1.138 Kurz­in­for­ma­tio­nen und Aus­künf­te er­teilt (2016: 1.483). Ob Är­ger mit Te­le­kom­mu­ni­ka­tions­an­bie­tern, Ab­zo­cke im In­ter­net oder Pro­ble­me mit In­kas­so­diens­ten – „wich­tig ist, nicht vor­ei­lig zu han­deln“, emp­fiehlt Ober­holz.

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Zwischenfazit zur EU-Datenschutzgrundverordnung
Remmertz: „Furcht war übertrieben“

Brüs­sel/Mün­chen — „Für Pa­nik gab und gibt es kei­nen An­laß“, be­tont Dr. Frank Rem­mertz, Fach­an­walt für ge­werb­li­chen Rechts­schutz und für In­for­ma­tions­tech­no­lo­gie­recht. Den­noch be­rei­tet die eu­ro­päi­sche Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung, kurz: EU-DSGVO, auch nach ih­rem In­kraft­tre­ten man­chem Kopf­zer­bre­chen, der per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten ver­ar­bei­tet. Sei­nem Fach­vor­trag zum Zweck der EU-DSGVO im Mai fol­gend, er­läu­ter­te Rem­mertz zwei Mo­na­te spä­ter noch ein­mal im PresseClub Mün­chen die neue Rechts­la­ge. Sein Zwi­schen­fa­zit fo­kus­sier­te er auf die Aus­wir­kun­gen der EU-DSGVO für On­line-Me­dien und er­gänz­te es mit ei­ner To-Do-Lis­te so­wie ei­nem Aus­blick auf die an­ste­hen­den Neu­re­ge­lun­gen durch den Vor­schlag der EU-Kom­mis­sion für ei­ne E‑Pri­va­cy-Ver­ord­nung.

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Kandidatur für den Bayerischen Landtag und den Bezirkstag von Oberbayern 2018
Krueger: „digital – konsequent und sozial“

Mün­chen/Ro­sen­heim/Berch­tes­ga­den — Vor dem Hin­ter­grund kom­ple­xen, tief­grei­fen­den Wan­dels ist grund­sätz­lich das größ­te Ri­si­ko Mut- und Kon­zep­tions­lo­sig­keit, die größ­te Chan­ce Know-how und Wil­le zur Zu­kunfts­ge­stal­tung. Die bis­he­ri­ge Patch­work­po­li­tik zeigt nur ei­ne ge­rin­ge Lern­kur­ve und die Ver­ant­wort­li­chen be­kom­men oft­mals Schnapp­at­mung an­ge­sichts von Heraus­for­de­run­gen wie Glo­ba­li­sie­rung, Di­gi­ta­li­sie­rung, Kli­ma­wan­del und Mi­gra­tion. Die nö­ti­gen Ver­än­de­rungs­vor­ha­ben er­for­dern je­doch ei­ne über­zeu­gen­de, po­si­ti­ve und ge­samt­ver­ant­wort­li­che Vi­si­on. Mei­ne Mis­sion-State­ments zum Leit­spruch: „Di­gi­tal – kon­se­quent und so­zial“ und ein Wahl­auf­ruf zum 14. Ok­to­ber.

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Polizeiaufgabengesetz in der Kritik
Charmeoffensive für das PAG?

#noPAG vs. #proPAG: Die De­bat­te um schär­fe­re Ein­griffs­rech­te der Po­li­zei ebbt auch nach In­kraft­tre­ten des neu­en baye­ri­schen Po­li­zei­auf­ga­ben­ge­set­zes (PAG) nicht ab. Die CSU hat­te mit ih­rer ab­so­lu­ten Mehr­heit im Land­tag das „PAG-Neu­ord­nungs­ge­setz“ durch­ge­setzt und Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder (CSU) aus­ge­ru­fen: „Es wird Le­ben ret­ten, es wird Men­schen hel­fen, nicht zu Op­fern zu wer­den.“ Die un­ter­le­ge­nen So­zial­de­mo­kra­ten und Bünd­nis­grü­nen wol­len das neue PAG nun auf ju­ris­ti­schem We­ge zu Fall brin­gen. „Wir ver­tei­di­gen den Frei­staat Bayern ge­gen das il­li­be­ra­le Ge­setz der CSU“, be­grün­det SPD-Lan­des­vor­sit­zen­de Na­ta­scha Koh­nen die Kla­gen so­wohl vor dem Baye­ri­schen Ver­fas­sungs­ge­richts­hof als auch vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt. CSU, Po­li­zei und Wei­ßer Ring hal­ten da­ge­gen und ei­ne Web­site der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung will auf­klä­ren.

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