Corona-Krise: Kindeswohl leidet
Digitale Elternabende gegen Lockdown-Blues

München / Mühldorf am Inn — Die baye­ri­schen Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen und Grund­schu­len sind nach rund zwei­mo­na­ti­ger Schlie­ßung und Not­be­treuung zum Wech­sel­un­ter­richt zu­rück­ge­kehrt – trotz un­kla­rer In­fek­tions­la­ge durch die Mu­ta­tio­nen des neu­ar­ti­gen Coronavirus’ (SARS-CoV‑2). Die Öff­nung gilt für Land­krei­se und kreis­freie Städ­te, in de­nen die 7‑Ta­ge-In­zi­denz un­ter 100 liegt. In Re­gio­nen mit hö­he­ren Wer­ten bleibt es beim Dis­tanz­un­ter­richt. „Wir ha­ben jetzt Wech­sel­un­ter­richt, wir ha­ben ei­ne In­zi­denz-Ab­hän­gig­keit, wir ha­ben Mas­ke, wir ha­ben Test­kon­zep­te, al­so viel mehr an Si­cher­heits­fra­gen, das geht fast nicht“, be­grün­det Mi­nis­ter­prä­si­dent Dr. Markus Söder den Lo­cke­rungs­schritt. In den letz­ten Wo­chen mehr­ten sich aber auch die Stim­men aus El­tern­schaft, Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­pie, Pä­da­go­gik und Ärz­te­schaft, die das Kin­des­wohl an­mahn­ten. Der Land­kreis Mühldorf am Inn un­ter­stützt Er­zie­hungs­be­rech­tig­te zu­dem mit di­gi­ta­len El­tern­aben­den und Experten-Chats.

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Corona-Krise: Gedruckte kostenlose Wochenzeitungen begehrt
Schaeffer: „Unverzichtbare Informationsquelle im Lokalen“

Rosenheim / Mühldorf am Inn — Lockdown, Social Distancing, Tracing-App, Home­schooling, Video­con­fe­ren­cing, Mobile Payment: Die Corona-Krise hat neue An­gli­zis­men in die Deut­sche Spra­che ein­ge­bracht. Sie sig­na­li­sie­ren zu­gleich ei­ne teils er­zwun­ge­ne di­gi­ta­le Trans­for­ma­tion in Wirt­schaft, Bil­dung, Ar­beit und Frei­zeit. Hier­bei soll auch Papier als Trä­ger­medium von In­for­ma­tion aus­ge­dient ha­ben: Er­werbs­tä­ti­ge ar­bei­ten nun ver­stärkt on­line im Home­office, Ge­mein­de­rä­te kom­mu­ni­zie­ren per Tablet, Ein­zel­händ­ler nut­zen Call‌&‌Col­lect oder Click‌&‌Col­lect mit E‑Commerce-Ver­fah­ren, Buch­händ­ler be­ach­ten E‑Book-Ver­käu­fe und Zei­tungs­ver­leger för­dern E‑Paper. Ge­druck­te Zei­tun­gen und An­zei­gen­blät­ter mö­gen aus der Zeit ge­fal­len und we­gen des Pa­pier­ver­brauchs ge­gen­über elek­tro­ni­schen Medien res­sour­cen­ver­schwen­dend sein. Den­noch sind Print und Pro­spekt be­gehrt, Wer­be­wirt­schaft und Ver­brau­cher set­zen auf sie. Und Di­gi­tal­ge­rä­te hin­ter­las­sen eben­falls ei­nen öko­lo­gi­schen Fußabdruck.

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Corona-Krise: Öffnungsperspektive gegen Verzweiflung
Sasse: „Die Lage ist bitterernst“

Berlin / München — Wirtschafts­ver­bän­de, Un­ter­neh­men und Selbst­stän­di­ge schla­gen Alarm. Sie war­nen we­gen des stän­dig ver­län­ger­ten Lockdowns vor ei­ner In­sol­venz­wel­le dra­ma­ti­schen Aus­ma­ßes. Und sie ver­lan­gen mit Ver­weis auf sin­ken­de COVID-19-Fall­zah­len ei­nen plan­vol­len Aus­stieg aus dem Kri­sen­mo­dus. „Die La­ge ist wirk­lich bit­ter­ernst. Es wird vie­le Ge­schäfts­auf­ga­ben ge­ben“, be­fürch­tet et­wa Dr. Eberhard Sasse, Prä­si­dent des Baye­ri­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges (BIHK). Nö­tig sei­en „be­last­ba­re Per­spek­ti­ven und Sze­na­rien für ei­ne Wie­der­öff­nung der Wirt­schaft“. Das Pro­blem sind sin­ken­de Nach­fra­gen, Um­satz­ein­bu­ßen, un­ter­bro­che­ne Lie­fer­ket­ten, Pro­duk­tions­aus­fäl­le und Li­qui­di­täts­eng­päs­se. In­des­sen ver­än­dern be­hörd­li­che Be­triebs­schlie­ßun­gen, Ver­an­stal­tungs­ab­sa­gen, Aus­gangs­be­schrän­kun­gen, Kurz­ar­beit und Online-Han­del Ge­wer­be, Kul­tur und In­nen­städ­te. Call‌&‌Col­lect, Click‌&‌Col­lect so­wie Win­dow-Shop­ping sol­len zwar dem Exo­dus ent­ge­gen­wir­ken. Doch ein Kon­sum­schub ist laut Han­dels­ver­band Deutsch­land „erst mit Lo­cke­run­gen der Corona-Maß­nah­men zu er­war­ten“. [Galerie]

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Corona-Schutzimpfung und Multiple Sklerose
Juchems: „Bin keine Vorreiterin“

Ampfing / Burghausen — In der Corona-Krise sind die von der Auto­im­mun­er­kran­kung Multiple Sklerose Be­trof­fe­nen be­son­ders hell­hö­rig, was die Ver­brei­tung des neu­ar­ti­gen Coronavirus’ (SARS-CoV‑2), die Impf­stof­fe und den Lockdown be­trifft. Die „Deut­sche Mul­tip­le Skle­ro­se Ge­sell­schaft (DMSG), Bun­des­ver­band e. V.“ hat in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Krank­heits­be­zo­ge­nen Kom­pe­tenz­netz Mul­tip­le Skle­ro­se (KKNMS) ei­ne Emp­feh­lung ver­fasst, was bei der Imp­fung wäh­rend ei­ner MS-The­ra­pie zu be­ach­ten sei. Die phar­­ma­­zeu­­tisch-tech­­ni­­sche As­sis­ten­tin und MS-Pa­tien­tin Jeanette Juchems, seit En­de 2019 al­lein­er­zie­hen­de Mut­ter von drei Kin­dern, schil­dert exem­pla­risch ih­re Si­tua­tion. [Galerie]

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Raumordnungsverfahren Brenner-Nordzulauf
Ludwig fordert „bessere Lösungen“

Rosenheim — „Ein Jahr­hun­dert­pro­jekt hat den nächs­ten Schritt ge­nom­men“, re­sü­miert Wirt­schafts­mi­nis­ter Hubert Aiwanger: Beim Raum­ord­nungs­ver­fah­ren zum Brenner-Nord­zu­lauf sind vier der fünf von der DB Netz AG vor­ge­schla­ge­nen Grob­tras­sen raum­ver­träg­lich, lau­tet das Prüf­er­geb­nis der Re­gie­rung von Ober­bayern. Ei­ne Vor­zugs­tras­se wur­de hier­bei nicht er­mit­telt und wei­te­re um­fang­rei­che Maß­nah­men sind noch er­for­der­lich – das be­trifft et­wa den Lärm­schutz, die un­ter­ir­di­schen Tras­sen­ver­läu­fe und die Gleis­füh­rung. Doch die For­de­run­gen aus der Re­gion wä­ren be­stä­tigt wor­den, sagt die Ro­sen­hei­mer Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Daniela Ludwig, wenn­gleich „bes­se­re Lö­sun­gen“ von­nö­ten sei­en. Al­ler­dings bleibt die Fra­ge der Kri­ti­ker nach dem Be­darf wei­ter un­be­ant­wor­tet. Des­halb leh­nen Bür­ger­ini­tia­ti­ven und der BUND Na­tur­schutz in Bayern den Neu­bau wei­ter­hin ab und be­ste­hen auf den Aus­bau der Be­stands­stre­cke. [Galerie]

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Corona-Krise: Reisefreizügigkeit mit Impfnachweis?
Impfkarte ohne „formale Gültigkeit“

München / Altötting — 110 Geimpfte ha­ben sie be­reits: ei­ne Impf­kar­te im Kre­dit­kar­ten­for­mat. Die im ober­baye­ri­schen Land­kreis Altötting ge­gen das neu­ar­ti­ge Coronavirus (SARS-CoV‑2) Ge­impf­ten kön­nen ih­re Impf­da­ten seit ei­ner Wo­che frei­wil­lig auf ei­ner Impf­kar­te mit QR-Code spei­chern las­sen. Er­fasst wer­den Na­me, Ge­burts­da­tum, Wohn­ort, Fo­tos des Ge­impf­ten, Impf­stoff und bei­de Impf­ter­mi­ne. Per Scan des QR-Codes kön­nen die Da­ten auf ein Smart­phone über­tra­gen wer­den. Das An­ge­bot des Land­rats­am­tes ist kos­ten­frei und Altötting mit sei­ner lo­ka­len Lö­sung nach ei­ge­ner An­ga­be bun­des­weit Vor­rei­ter. Die „Impf­be­stä­ti­gung SARS-CoV‑2“ soll im Ver­gleich zum gel­ben A6-gro­­ßen Impf­buch der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) Impf­daten früh­zei­tig di­gi­tal er­fas­sen – und ein Bei­trag zur Rei­se­frei­zü­gig­keit sein. Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Ge­sund­heit und Pfle­ge weist al­ler­dings dar­auf hin, dass lo­ka­le Lö­sun­gen nicht das Impf­buch der WHO mit des­sen in­ter­na­tio­na­len Be­schei­ni­gun­gen über Imp­fun­gen als welt­wei­ten Stan­dard er­set­zen. [Galerie]

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Chronologie und Zitate der Corona-Krise im Dezember 2020
„Harter Lockdown“ gegen „Schlendrian“

Berlin / München / Adelaide — Die ra­san­te Aus­brei­tung des neu­ar­ti­gen Coronavirus’ (SARS-CoV‑2) mit ei­ner ho­hen An­zahl von Neu­in­fek­tio­nen und To­des­fäl­len soll durch ei­nen „har­ten Lockdown“ schnell und dras­tisch ver­rin­gert wer­den, emp­fiehlt die Na­tio­na­le Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Leopoldina am 8. De­zem­ber. Hier­auf ver­schär­fen Bund und Län­der den seit dem 2. No­vem­ber be­ste­hen­den „Lockdown light“. Bayerns Mi­nis­ter­prä­si­dent Dr. Markus Söder mut­maßt gar, es sei „an ei­ni­gen Stel­len ein Schlen­drian ein­ge­kehrt“. – Der „har­te Lockdown“ mit Be­triebs­schlie­ßun­gen und Aus­gangs­sper­ren soll zu­nächst bis zum 10. Ja­nu­ar 2021 gel­ten. Ge­schäf­te, die nicht der Ver­sor­gung mit Le­bens­mit­teln, Me­di­ka­men­ten und an­de­ren le­bens­not­wen­di­gen Wa­ren die­nen, wer­den ge­schlos­sen. So­zia­le Kon­tak­te sind auf ei­nen sehr eng be­grenz­ten Kreis zu re­du­zie­ren. Nach der EU-wei­­ten Zu­las­sung des ers­ten Vak­zins star­tet am 27. De­zem­ber ei­ne bun­des­wei­te Impf­kam­pag­ne. Resümee: Im De­zem­ber ist der po­li­ti­sche Dis­put um ei­ne an­ge­mes­se­ne Corona-Po­li­tik zu­nächst ge­prägt vom Streit um das Er­for­der­nis mög­lichst weit­ge­hen­der und an­hal­ten­der Ein­schrän­kun­gen, wird dann ab­ge­löst von der De­bat­te um ei­ne ge­eig­ne­te Impf-Stra­te­gie und schließ­lich über­la­gert von der Aus­ein­an­der­set­zung um „Pri­vi­le­gien“ für Ge­impf­te. In Australien wirkt in­des nach mo­na­te­lan­gen re­strik­ti­ven Maß­nah­men und stren­gem Lockdown ein neuer­li­cher Corona-Aus­bruch wie ein Rückschlag.

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Corona-Krise: „Harter Lockdown“ gegen „Sorglosigkeit“
Söder: „Wir müssen die Notbremse ziehen“

Berlin / München — Be­triebs­schlie­ßun­gen, Kon­takt- und Aus­gangs­be­schrän­kun­gen, Dis­tanz­un­ter­richt: Kurz vor Weih­nach­ten soll bun­des­weit ein „har­ter Lockdown“ be­wir­ken, was der seit dem 2. No­vem­ber gel­ten­de „Wel­len­bre­cher-Lockdown“, der „Lockdown light“, nicht ver­moch­te – die ra­san­te Aus­brei­tung des neu­ar­ti­gen Coronavirus’ (SARS-CoV‑2) ver­hin­dern. „Die La­ge ist so ernst wie sie noch nie war in die­ser Pandemie“, warnt der Prä­si­dent des Robert Koch-Instituts (RKI), Prof. Dr. Lothar Wieler. In Deutsch­land sei­en in­zwi­schen 325.000 Men­schen mit SARS-CoV‑2 in­fi­ziert und 80-Jäh­ri­ge hät­ten ein ho­hes Ri­si­ko für schwe­re und töd­li­che Krank­heits­ver­läu­fe. Wieler zu­fol­ge ist dies das „Er­geb­nis von Sorg­lo­sig­keit ei­ni­ger Men­schen“. Bayern hat be­reits am 9. De­zem­ber den Ka­tas­tro­phen­fall aus­ge­ru­fen. Nun gel­ten wei­te­re Ein­schrän­kun­gen, et­wa ei­ne nächt­li­che Aus­gangs­sper­re. Mi­nis­ter­prä­si­dent Dr. Markus Söder be­tont: „Wir müs­sen die Not­brem­se zie­hen.“ Denn: „Al­le 17 Mi­nu­ten stirbt in Bayern ein Mensch.“ [Galerie]

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Umstrittenes Infektionsschutzgesetz im Eiltempo verabschiedet
Grosse-Brömer: „Ein Parlamentsstärkungsgesetz“

Berlin — Ob­gleich hoch­gra­dig um­strit­ten, ist das drit­te „Ge­setz zum Schutz der Be­völ­ke­rung bei ei­ner epi­de­mi­schen La­ge von na­tio­na­ler Trag­wei­te“ in­ner­halb von nur acht Stun­den von Bun­des­tag und Bun­des­rat ver­ab­schie­det und vom Bun­des­prä­si­den­ten aus­ge­fer­tigt wor­den. Bun­des­re­gie­rung und Lan­des­re­gie­run­gen hof­fen, dass mit die­sem „drit­ten Be­völ­ke­rungs­schutz­ge­setz“ die grund­rechts­ein­schrän­ken­den Maß­nah­men zur Ver­hin­de­rung der Ver­brei­tung des neu­ar­ti­gen Coronavirus’ (SARS-CoV‑2) ge­richts­fest sind. Den­noch se­hen nam­haf­te Ju­ris­ten die ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­den­ken mit die­ser No­vel­le nicht aus­ge­räumt. Auch aus der Op­po­si­tion im Bun­des­tag kommt teils har­sche Kri­tik. Ih­re Stim­men wa­ren für die An­nah­me des Ge­set­zes aber nicht er­for­der­lich. [Galerie]

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EuGH erteilt anlassloser Massenüberwachung Absage
Leutheusser-Schnarrenberger: „Sargnagel für den Zombie Vorratsdatenspeicherung“

Luxemburg / Berlin / München — Po­li­zei­be­am­te und In­nen­po­li­ti­ker mur­ren, Bür­ger­recht­ler und Di­gi­tal­po­li­ti­ker froh­lo­cken: Das flä­chen­de­cken­de und an­lass­lo­se Spei­chern von Te­le­kom­mu­ni­ka­tions­ver­kehrs­da­ten bleibt laut Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) un­zu­läs­sig. Aus­nah­men sind al­ler­dings mög­lich: zur Be­kämp­fung schwe­rer Kri­mi­na­li­tät oder zur Ab­wehr ei­ner Be­dro­hung der na­tio­na­len Si­cher­heit. „Goodbye Vor­rats­da­ten­spei­che­rung“, freut sich die ehe­ma­li­ge Bun­des­mi­nis­te­rin der Jus­tiz und stell­ver­tre­ten­de Vor­stands­vor­sit­zen­de der Frie­drich-Nau­mann-Stif­tung, Sa­bi­ne Leut­heus­ser-Schnar­ren­ber­ger. Dem­ge­gen­über ap­pel­liert Bayerns In­nen­mi­nis­ter Jo­achim Herr­mann an den Bund: „Wir müs­sen al­le Spiel­räu­me schnellst­mög­lich nut­zen. Ge­ra­de die Spei­che­rung von IP-Adres­sen muss ent­spre­chend der jet­zi­gen Vor­ga­ben des EuGH aus­ge­schöpft werden.“

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