Corona-Krise: Debatte um Massenimpfung Minderjähriger
Mertens: „Abwägung von Nutzen und Risiko“

🦠 Berlin / München — „Maximal rück­sichts­los“ nennt der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung die Kin­der­imp­fung ge­gen das neu­ar­ti­ge Coronavirus (SARS-CoV‑2): Dr. Andreas Gassen schätzt, für ge­sun­de Kin­der und Ju­gend­li­che ist das Impf­risiko hö­her als die Ge­fahr ei­ner Corona-In­fek­tion. Er reiht sich da­mit in ei­ne Grup­pe von Me­di­zi­nern ein, die ei­ne Ver­imp­fung be­dingt zu­ge­las­se­ner Vak­zi­ne – wenn über­haupt – aus­schließ­lich bei Kin­dern ab zwölf Jah­ren mit spe­ziel­len Vor­er­kran­kun­gen un­ter­stützt, wie dies die Stän­di­ge Impf­ko­mmis­sion am Robert Koch-In­sti­tut emp­fiehlt. An­ge­kur­belt hat die De­bat­te um Kin­der­imp­fun­gen der 124. Deut­sche Ärzte­tag. Die Haupt­ver­samm­lung der Bun­des­ärz­te­kam­mer for­dert, das Recht auf Bil­dung mit Kita- und Schul­be­such ab Win­ter 2021/2022 mit ei­ner recht­zei­ti­gen COVID-19-Imp­fung ins­be­son­de­re jün­ge­rer Kin­der zu sichern.

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Initiative „Wir stehen zusammen“ fordert Betriebsöffnungen
Dettendorfer: „Viele brauchen bereits ihre Altersvorsorge auf“

🦠🎤 Rosenheim — Medienkampagnen, Ver­samm­lun­gen im Süden Oberbayerns und die Groß­kund­ge­bung „Hand in Hand für den Mit­tel­stand“ mit rund 1.300 De­mon­stran­ten im Mangfallpark Rosenheim: Die Un­ter­neh­mer-Ini­tia­ti­ve „Wir ste­hen zu­sam­men“ warnt seit zwei Mo­na­ten vor den „Kol­la­te­ral­schä­den“ der Corona-Maß­nah­men. Ge­tra­gen wird die Ini­tia­ti­ve von knapp 4.400 Be­trie­ben mit über 47.000 Ar­beits­plät­zen. Da­von kom­men al­lei­ne aus den Schwer­punkt-Land­krei­sen Rosenheim und Miesbach über 1.500 Un­ter­neh­men mit rund 17.000 Ar­beits­plät­zen. Mit „Durch­hal­te­pa­ro­len“ wol­len sich die Mit­tel­ständ­ler nicht mehr zu­frie­den­ge­ben. Markus Dettendorfer, Ge­schäfts­füh­rer der Det­ten­dor­fer Ma­schi­nen­bau GmbH in Söchtenau und Mit­ini­tia­tor, er­klärt ih­re An­lie­gen. [Galerie]

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Corona-Krise: Unternehmer fordern Richtungswechsel
„Hand in Hand für den Mittelstand“

🦠 Rosenheim — Die von der Großen Koalition bis zum 30. Ju­ni be­schlos­se­ne „Bun­des-Not­brem­se“ dämpft die Hoff­nun­gen der Öko­no­men auf ei­ne Lo­cke­rung der In­fek­tions­schutz­maß­nah­men, ei­ne Be­le­bung des Kon­sums, ein Auf­le­ben der Kon­junk­tur. Die aber­mals ver­schärf­ten Be­schrän­kun­gen ein­schließ­lich bun­des­wei­ter nächt­li­cher Aus­gangs­sper­re ab ei­ner 7‑Tage-In­zi­denz von 100 sol­len zwar das In­fek­tions­ge­sche­hen ab­schwä­chen, könn­ten je­doch das In­sol­venz­ri­si­ko ver­stär­ken, die Ar­beits­lo­sig­keit er­hö­hen und die Po­li­ti­ker­ver­dros­sen­heit sti­mu­lie­ren. Die­sem „worst ca­se sce­n­a­rio“ will ein über­re­gio­na­ler Zu­sam­men­schluss mit­tel­stän­di­scher Un­ter­neh­mer ent­ge­gen­wir­ken. Sie se­hen den fort­ge­setz­ten Lock­down in der Corona-Krise nicht als „al­ter­na­tiv­los“ an, son­dern for­dern Ge­hör für ih­re „kri­ti­schen Stim­men“. Sie tre­ten für Plan­bar­keit oh­ne star­re Fi­xie­rung auf In­zi­denz­wer­te ein und ge­hen für ih­ren wirt­schafts­freund­li­chen Rich­tungs­wech­sel auch auf die Straße.

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Corona-Krise: Testpflicht an Schulen in der Kritik
Krefting: „Klassenzimmer sind keine Testzentren“

🦠 München — Disput be­stimmt die La­ge an baye­ri­schen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen auch ei­ne Wo­che nach Ein­füh­rung der „Bundes-Notbremse“. Wäh­rend al­l­­ge­­mein- und be­rufs­bil­den­de Schu­len bun­des­weit beim Über­schrei­ten ei­ner 7‑Tage-In­zi­denz von 165 in den Dis­tanz­un­ter­richt wech­seln müs­sen, gilt dies im Frei­staat Bayern wei­ter schon ab ei­ner In­zi­denz von 100 – Ab­schluss­klas­sen und Viert­kläss­ler aus­ge­nom­men. Da­bei wächst die Kri­tik am Test­kon­zept der Staats­re­gie­rung: Nach­dem die Ar­beits­ge­mein­schaft Baye­ri­scher Leh­rer­ver­bän­de, die 60.000 Lehr­kräf­te ver­tritt, das Tes­ten in Klas­sen­zim­mern grund­sätz­lich ab­ge­lehnt hat, for­dert nun der Baye­ri­sche El­tern­ver­band in Ver­tre­tung al­ler baye­ri­schen El­tern und Kin­der ei­ne Än­de­rung des Test­ver­fah­rens an Schu­len. Sei­ne Be­grün­dung: Das der­zei­ti­ge Pro­ce­de­re äng­stigt El­tern und Kin­der we­gen der Mög­lich­keit von Ver­let­zun­gen und Kontaktallergien.

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Corona-Krise: Polizeieinsätze zur Gefahrenabwehr
Eck: Aufwand ist „eindeutig verhältnismäßig“

🦠 Rosenheim — Ein­hun­dert Po­li­zis­ten be­glei­ten ei­ne rund 600 Teil­neh­mer zäh­len­de Kund­ge­bung ge­gen die Corona-Maßnahmen, 16 Be­am­te kon­trol­lie­ren ein hal­bes Dut­zend eng bei­ein­an­der­ste­hen­de Per­so­nen, elf Strei­fen­wa­gen­be­sat­zun­gen be­en­den ei­ne Ge­burts­tags­feier von ge­schätzt bis zu 30 Teen­agern: Die Ro­sen­hei­mer AfD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Franz Bergmüller und Andreas Winhart hal­ten sol­che Po­li­zei­ein­sät­ze für „un­ver­hält­nis­mä­ßig“. Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um des In­nern, für Sport und In­te­gra­tion dringt hin­ge­gen auf das Ein­hal­ten der Baye­ri­schen In­fek­tions­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung. Ziel sei die Ab­wehr von „Ge­fah­ren für die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ordnung“.

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Abpfiff für Fußballplatz-Projekt in Zellerreit?
Weiderer: „Wir wollen kämpfen“

Ramerberg — Die Funk­tio­nä­re des Sport­ver­eins Ra­mer­berg sind be­stürzt: Der Fuß­ball­platz soll doch nicht aus Ra­mer­bergs Orts­mit­te an den nord­west­li­chen Orts­aus­gang von Zellerreit ver­legt wer­den. Auf der jüngs­ten Ge­mein­de­rats­sit­zung ha­ben die Un­ab­hän­gi­gen Wäh­ler Ra­mer­berg mit ih­rer Mehr­heit ei­nen Be­schluss her­bei­ge­führt, wo­nach das Bau­leit­ver­fah­ren am an­vi­sier­ten Stand­ort ein­ge­stellt wird. Da­mit scheint das vom SVR jah­re­lang ver­folg­te Pro­jekt „kurz vor der Ziel­li­nie“ be­en­det. Oben­drein könn­te der Sport­ver­ein für die Kos­ten ei­nes vor­ha­ben­be­zo­ge­nen Be­bauungs­plans heran­ge­zo­gen wer­den. Dies wür­de aber den bald 70 Jah­re al­ten Sport­ver­ein fi­nan­ziell über­for­dern, wo­mög­lich zur Auf­lö­sung zwin­gen, be­fürch­ten sei­ne Mit­glie­der. Den­noch ge­ben sie sich kämpferisch.

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Ausweg aus dem Lockdown via Modellprojekt?
Söder: „Perspektive bei Testen und Impfen“

🦠 München — In der Bayerischen Staatskanzlei könn­ten sich die­ser Ta­ge die Hü­te sta­peln. Bild­lich ge­spro­chen. An­lass ist ein „in­tel­li­gen­tes Kon­zept“ der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung. Die­se will die Corona-Maß­nah­men nach den Os­ter­fe­rien pro­be­wei­se in je ei­nem aus­ge­wähl­ten Land­kreis oder in ei­ner kreis­freien Stadt der sie­ben Re­gie­rungs­be­zir­ke zu­rück­fah­ren, in Oberbayern in zwei. Voraus­set­zung: ei­ne 7‑Tage-In­zi­denz von mehr als 100 und we­ni­ger als 150 pro 100.000 Ein­woh­ner so­wie ein Test- und Impf­ma­na­ge­ment. Al­lein aus dem Re­gie­rungs­be­zirk Ober­bayern ha­ben die Land­krei­se Mühldorf am Inn und Traunstein so­wie die Lan­des­haupt­stadt München, die Große Kreis­stadt Bad Reichenhall und die kreis­freie Stadt Ro­sen­heim um­ge­hend ih­re Hü­te in den Ring ge­wor­fen. An­de­re könn­ten trotz drit­ter Wel­le fol­gen. Un­klar ist, wer am En­de das Hand­tuch wirft.

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Landwirtschaftsministerin Kaniber wirbt für „grüne Berufe“
Prentl: „Ausbilden ist alternativlos“

München / Rosenheim — „Der Beruf Gärtner ist ein Be­ruf vol­ler Le­ben und die du­ale Aus­bil­dung in un­se­ren Fach­be­trie­ben bil­det ein gu­tes Fun­da­ment für das spä­te­re Be­rufs­le­ben – mit her­vor­ra­gen­den Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten“, re­sü­miert Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Michaela Kaniber beim Be­such der Maximilian und Christian Prentl Gar­ten­bau GbR in Rosenheim. Der Gar­ten­bau­be­trieb bil­det seit über 40 Jah­ren Flo­ris­ten und Gärt­ner aus. Im Rah­men der bayern­wei­ten „Wo­che der Aus- und Wei­ter­bil­dung“ in­for­mier­te sich die Staats­mi­nis­te­rin bei ih­rer Be­triebs­be­sich­ti­gung über die dor­ti­ge Aus- und Wei­ter­bil­dung so­wie die Be­rufs­aus­sich­ten in der Gar­ten­bau­bran­che. Jung-Ge­sel­lin Agnes Huber und Aus­zu­bil­den­de Eva Sanftl ver­an­schau­lich­ten ihr, wie Bal­kon­blu­men fach­män­nisch ge­topft und für die kom­men­de Beet- und Bal­kon­sai­son kul­ti­viert werden.

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BUND Naturschutz befragt Abgeordnete zur Agrarpolitik
Ludwig soll sich erklären

Berlin / Rosenheim — Die Ab­ge­ord­ne­ten im Eu­ro­päi­schen Par­la­ment und im Deut­schen Bun­des­tag ent­schei­den in den nächs­ten Mo­na­ten über die Agrar­po­li­tik in der För­der­perio­de 2023 bis 2027. Im Vor­feld be­fragt der BUND Na­tur­schutz in Bayern bis zum 31. März in ei­ner bayern­wei­ten Kam­pag­ne die Man­dats­trä­ger nach de­ren agrar­po­li­ti­schen Zie­len – und um heraus­zu­fin­den, ob die­se mit den Po­si­tio­nen des BN im Ein­klang ste­hen. Peter Kasperczyk, Vor­sit­zen­der der Kreis­grup­pe Rosenheim, hat sich an die Ro­sen­hei­mer Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Daniela Ludwig ge­wandt, um die Chan­cen für den Er­halt bäuer­li­cher Be­trie­be und der Ar­ten­viel­falt im Land­kreis Rosenheim zu ermessen.

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Corona-Krise prägt Polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2020
Bei Regelverstößen „immer sofort lageorientiert einschreiten“

🦠 Rosenheim — Die Polizeiliche Kri­mi­nal­sta­tis­tik 2020 des Po­li­zei­prä­si­di­ums Oberbayern Süd weist mit 54.141 Straf­ta­ten die ge­rings­te Kri­mi­na­li­täts­be­las­tung der letz­ten zehn Jah­re auf. Woh­nungs­ein­brü­che, Dieb­stahls­de­lik­te, Ge­walt­kri­mi­na­li­tät, Ver­mö­gens- und Fäl­schungs­de­lik­te, Cybercrime: al­le­samt rück­läu­fig. Nur Callcenter-Be­trug, Straf­ta­ten ge­gen die sexu­el­le Selbst­be­stim­mung, ins­be­son­de­re Kin­der­por­no­gra­phie, Rausch­gift­kri­mi­na­li­tät und po­li­tisch mo­ti­vier­te Kri­mi­na­li­tät sind ge­stie­gen. Drei Vier­tel al­ler Straf­ta­ten wur­den auf­ge­klärt: Be­leg für „den ho­hen und eta­blier­ten Si­cher­heits­stan­dard im süd­li­chen Oberbayern“, so Po­li­zei­prä­si­dent Robert Kopp. Die Zah­len müss­ten je­doch im Lich­te der Corona-Krise be­trach­tet wer­den, zu­mal mit der Über­wa­chung der Ein­hal­tung der In­fek­tions­schutz­ver­ord­nun­gen ein neu­es Auf­ga­ben­feld ent­stan­den sei. Die er­for­der­li­chen Maß­nah­men zu er­läu­tern, wer­de je­doch „von Tag zu Tag schwe­rer“. Ein Blick in die So­zia­len Netz­wer­ke scheint dies zu be­stä­ti­gen. Spurensuche.

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