Linux-Installationsparty der Rosenheimer Piraten
Orientierung für Kubuntu-Einsteiger und Windows-Umsteiger

Ro­sen­heim — Ei­ne kos­ten­freie zwei­stün­di­ge Linux-In­stal­la­tions­par­ty ver­an­stal­tet der Kreis­ver­band der PIRATEN am Mitt­woch, 6. No­vem­ber, ab 19 Uhr in der Lounge des Ro­sen­hei­mer Res­tau­rants zum Santa am Max-Jo­sefs-Platz. All­ge­mein ver­ständ­lich er­klärt der IT- und So­cial Me­dia-Ex­per­te Roger Rösch aus Mün­chen so­wohl Linux-Ein­stei­gern als auch Windows-Um­stei­gern das kos­ten­lo­se Open Source-Be­triebs­sys­tem Kubuntu, das welt­weit ein­ge­setzt wird. Die Teil­neh­mer kön­nen zur Party ih­re ei­ge­nen Lap­tops mit­brin­gen.

Microsoft be­en­det zum 12. No­vem­ber den Sup­port für Windows 10 Ver­sion 1803. Be­trof­fen sind die Be­triebs­sys­tem­va­rian­ten Home, Pro, Pro for Work­sta­tions und IoT Core. Die­se er­hal­ten nach dem Sup­port-En­de kei­ne Si­cher­heits­up­dates mehr. Nut­zer sind auf­ge­for­dert, auf Windows 10 Ver­sion 1903 up­zu­gra­den. Da sol­che Up­grades teil­wei­se mit er­heb­li­chem Auf­wand ver­bun­den sind oder so­gar neue Bugs brin­gen kön­nen, rückt für man­che An­wen­der re­gel­mä­ßig das freie Be­triebs­sys­tem Linux ins Blick­feld: Linux ist kos­ten­los, kon­sis­tent, res­sour­cen­freund­lich, frei kon­fi­gu­rier­bar und Open Source. Über­dies kur­sie­ren für Linux kaum Schad­pro­gram­me. Al­ler­dings bie­tet Linux we­der die Pro­gramm­viel­falt noch die Band­brei­te an Hard- und Soft­ware­trei­bern, die Windows-User voraus­set­zen.

Die Windows-Al­ter­na­ti­ve Kubuntu ist ein De­ri­vat der Linux-Dis­tri­bu­tion Ubuntu mit der Desk­top-Um­ge­bung Plas­ma von KDE und ei­nem um­fas­sen­den Pro­gramm­pa­ket. Stan­dard-Brow­ser ist Firefox, Stan­dard-Of­fice-Suite ist LibreOffice. Bei der Long Term Sup­port- oder LTS-Ver­sion be­trägt der un­ter­stütz­te Zeit­raum fünf Jah­re. Das be­nut­zer­freund­li­che Kubuntu ist auch für Neu­lin­ge ge­eig­net, al­ler­dings man­gelt es teils an Trei­ber­un­ter­stüt­zung für be­stimm­te Hard­ware. In Bra­si­lien nut­zen zir­ka 42.000 Schu­len von et­wa 4.000 Städ­ten und Ge­mein­den Kubuntu. Die Stadt­ver­wal­tung von Tai­peh hat Kubuntu auf rund 10.000 Schul-Rech­nern in­stal­liert. Die Ka­na­ri­schen In­seln ver­wen­den De­ri­va­te in den Schu­len und an der Uni­ver­si­tät. Das fran­zö­si­sche Par­la­ment nutzt Kubuntu auf über 1.100 Rech­nern.

För­de­rung von Open Source Soft­ware

Die PIRATEN set­zen sich für die För­de­rung von Open Source Soft­ware ein, de­ren Quell­code öf­fent­lich ist und so von al­len ein­ge­se­hen, ver­än­dert, aus­ge­baut und ver­brei­tet wer­den kann. Open Source Pro­gram­me wer­den meis­tens in Com­mu­ni­ties ent­wi­ckelt, zu de­nen in­di­vi­du­el­le Pro­gram­mie­rer ge­nau­so ge­hö­ren kön­nen wie gro­ße Fir­men. Sie un­ter­schei­det sich da­mit von pro­prie­tä­ren Sys­te­men, die stets auf ei­nen be­stimm­ten Copy­right­hol­der li­zen­siert sind und de­ren Soft­ware we­der ko­piert noch ver­än­dert wer­den darf.

Nach Auf­fas­sung der PIRATEN ga­ran­tiert Open Source Soft­ware den An­wen­dern, die Kon­trol­le über tech­ni­sche In­fra­struk­tu­ren selbst zu über­neh­men und die­se ge­ge­be­nen­falls wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Die Piraten­par­tei plä­diert da­für, dass ins­be­son­de­re in Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und der öf­fent­li­chen Ver­wal­tung Freie Soft­ware ein­ge­setzt wird, um lang­fris­tig die Kos­ten für Bil­dungs­trä­ger und öf­fent­li­che Haus­hal­te so­wie de­ren Ab­hän­gig­keit von pro­prie­tä­ren Sys­te­men und ein­zel­nen Pro­du­zen­ten zu ver­rin­gern.

Kos­ten­freie Vor­trä­ge, Schu­lun­gen und „Cryp­to­partys“

Die Piraten­par­tei Ro­sen­heim führt seit über sechs Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich kos­ten­freie und für je­der­mann zu­gäng­li­che Vor­trä­ge, Schu­lun­gen und „Cryp­to­partys“ durch. Die Spann­brei­te reicht von tech­nik­orien­tier­ten Vor­trä­gen bis hin zu prak­ti­schen Schu­lun­gen in Da­ten­si­cher­heit und Ver­schlüs­se­lung. In Ro­sen­heim re­fe­rier­te bei­spiels­wei­se der Ro­sen­hei­mer In­for­ma­ti­ker Prof. Dr. Hartmut Ernst über Sinn und Zweck von Ver­schlüs­se­lungs­tech­ni­ken. Andreas Stürzl, zer­ti­fi­zier­ter Da­ten­schutz­au­di­tor (TÜV), zer­ti­fi­zier­ter IT-Pro­zess­ma­na­ger (FH) und ge­prüf­ter EDV-Sach­ver­stän­di­ger (VSD) aus Step­hans­kir­chen er­läu­ter­te Da­ten­si­cher­heit und Da­ten­schutz. Der IT-Ex­per­te und Pub­li­zist Michael Renner aus Mün­chen so­wie der Fach­re­fe­rent Te­le­kom­mu­ni­ka­tion Michael Nausch aus Plie­ning zeig­ten im Work­shop die In­stal­la­tion frei­er Ver­schlüs­se­lungs­pro­gram­me auf den Lap­tops der Ro­sen­hei­mer Teil­neh­mer. Und die IT- und Social Media-Ex­per­ten Richard Stinauer aus Bruck­mühl und Roger Rösch aus Mün­chen rück­ten in ih­ren „Cryp­to­par­tys“ den Schutz der Pri­vat­sphä­re und die ⭲ „di­gi­ta­le Selbst­ver­tei­di­gung“ in den Fo­kus: Pass­wort­si­cher­heit, Da­ten­ver­schlüs­se­lung, Vi­ren­schutz, ano­ny­mes Sur­fen und Smart­phone-Schutz. 


Erstveröffentlichung

Online: ⭱ piratenpartei-rosenheim.org, Sonn­tag, 20. Ok­to­ber 2019.
 

Dr. Olaf Konstantin Krueger M.A.

Digitaljournalist – Digitalpolitiker

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