Abfallentsorgung im Landkreis Mühldorf am Inn
Tonnenweise wilde Müllablagerungen

Mühldorf am Inn — Im Land­kreis Mühl­dorf am Inn wer­den jähr­lich rund 37 Ton­nen Ab­fall un­zu­läs­sig ent­sorgt. Für die Rei­ni­gung der wil­den Müll­ab­la­ge­run­gen in Wald, Flur und den 139 Sam­mel­stel­len gibt der Land­kreis je­des Jahr et­wa 110.000 Eu­ro aus. Rund 40 Ord­nungs­wi­drig­keits­ver­fah­ren lei­tet die kom­mu­na­le Ab­fall­wirt­schaft im Land­rats­amt Mühl­dorf jähr­lich ein. Da­bei ist die Ab­fall­ent­sor­gung im Land­kreis ge­nau ge­re­gelt. Die In­for­ma­tion ist kos­ten­frei off­line und on­line ab­ruf­bar, Nach­rich­ten und Ter­mi­ne wer­den bei­spiels­wei­se per „Ab­fall­news­let­ter“ oder über WhatsApp mit­ge­teilt.

Die Wert­stoff­sam­mel­ein­rich­tun­gen des Land­krei­ses Mühl­dorf am Inn, al­so Wert­stoff­hö­fe und Grün­gut­sam­mel­stel­len, er­fas­sen Ab­fäl­le im haus­halts­üb­li­chen Um­fang in Sam­mel­be­häl­tern. Da­zu ge­hö­ren: Alt­glas, Alt­me­tall, Alt­holz, Alt­tex­ti­lien, Alt­spei­se­öle/-fe­t­­te, Bau­schutt, Bio­ab­fäl­le, CDs und DVDs, Dru­cker­pa­tro­nen/To­ner­kar­tu­schen, Elek­tro- und Elek­tro­nik­ge­rä­te, Grün­ab­fäl­le, Hoch­ener­gie­bat­te­rien und Ak­kus, Leucht­stoff­röh­ren/Ener­gie­spar­lam­pen, stoff­glei­che Nicht­ver­pa­ckun­gen so­wie Tro­cken­bat­te­rien. Ge­gen­stän­de ne­ben den Sam­mel­be­häl­tern ab­zu­stel­len oder un­ge­eig­ne­tes Ma­te­rial ein­zu­wer­fen, ist ver­bo­ten. Wert­stoff­sam­mel­ein­rich­tun­gen wo­mög­lich zu ver­mül­len, ist ei­ne Ord­nungs­wi­drig­keit. Die­se kann nach der „Be­triebs- und Be­nut­zungs­ord­nung für die Wert­stoff­sam­mel­ein­rich­tun­gen des Land­krei­ses Mühl­dorf a. Inn“ – kurz: Be­triebs- und Be­nut­zungs­ord­nung – mit ei­ner Geld­bu­ße ge­ahn­det wer­den (§ 13 Abs. 1). Bei wie­der­hol­ten oder be­son­ders schwer­wie­gen­den Ver­stö­ßen kann so­gar ein Be­tre­tungs­ver­bot aus­ge­spro­chen wer­den (§ 13 Abs. 2).

Auf­merk­sa­me Bür­ger ge­ben im­mer wie­der Hin­wei­se auf Ver­stö­ße, wenn sie Zeu­ge un­zu­läs­si­ger Ab­fall­ab­la­ge­run­gen oder Fehl­wür­fe wur­den. Im Durch­schnitt lei­tet die kom­mu­na­le Ab­fall­wirt­schaft im Land­rats­amt Mühl­dorf am Inn jähr­lich et­wa 40 Ord­nungs­wi­drig­keits­ver­fah­ren ein. Der an­gren­zen­de Land­kreis Ro­sen­heim be­auf­tragt so­gar De­tek­ti­ve mit der Über­wa­chung von Wert­stoff­in­seln, wenn sie ver­gleichs­wei­se stark ver­müllt sind.

Wert­stoff­hö­fe und Wäl­der sind kei­ne Müll­ab­la­de­plät­ze

Die Grün­de, Ge­gen­stän­de il­le­gal zu ent­sor­gen, sind ma­nig­fal­tig. Doch Wald und Flur soll­ten ab­so­lut ta­bu sein. Wert­stoff­sam­mel­ein­rich­tun­gen sind zu­dem die fal­schen Or­te, um noch brauch­ba­re Ge­gen­stän­de in der An­nah­me ab­zu­stel­len, ei­ne an­de­re Per­son könn­te sie wert­schät­zen und mit­neh­men. Da­zu bie­tet das Land­rats­amt ei­gens on­line ei­nen Floh­markt­füh­rer un­ter www.lra-mue.de so­wie ei­nen In­ter­net-Tausch- und Ver­schen­ke­markt un­ter www.verschenkemarkt-muehldorf.de an. Da­ne­ben ge­hen laut „Sat­zung des Land­krei­ses Mühl­dorf a. Inn über die Ver­mei­dung, Ver­wer­tung und Be­sei­ti­gung von Ab­fäl­len (Ab­fall­wirt­schafts­sat­zung – AWS)“ je­ne Wert­stof­fe, die zu ei­ner Ab­fall­ent­sor­gungs­an­la­ge des Land­krei­ses ge­bracht wer­den, mit der Über­nah­me zur Ent­sor­gung in das Ei­gen­tum des Land­krei­ses über (§ 9 Satz 2 AWS). Im Ab­fall ge­fun­de­ne Wert­ge­gen­stän­de wer­den als Fund­sa­chen be­han­delt (§ 9 Satz 3 AWS).

Die Dau­men­re­gel lau­tet al­so: Wert­stof­fe sind in die je­weils da­für vor­ge­ge­be­nen Sam­mel­be­häl­ter zu sor­tie­ren (§ 8 Abs. 3 Satz 1 Be­triebs- und Be­nut­zungs­ord­nung), nicht ne­ben sie zu stel­len. Ob­acht: Rest­müll, Sperr­müll und Pro­blem­ab­fall – al­so Stof­fe, die in be­son­de­rem Ma­ße ge­sund­heits‑, luft- oder was­ser­ge­fähr­dend, ex­plo­siv oder brenn­bar sind – dür­fen we­der in die Sam­mel­ge­fä­ße ge­ge­ben, noch da­ne­ben ab­ge­stellt wer­den (§ 8 Abs. 3 Satz 2). Im Zwei­fel ist das Per­so­nal zu be­fra­gen. Soll­ten Con­tai­ner bei­spiels­wei­se nach meh­re­ren auf­ein­an­der­fol­gen­den Feier­ta­gen über­füllt an­ge­trof­fen wer­den, ist ein an­de­rer Wert­stoff­hof auf­zu­su­chen.

Bei den rund 100 Ord­nungs­wi­drig­keits­ver­fah­ren im Land­kreis Ro­sen­heim hat das dor­ti­ge Land­rats­amt fest­ge­stellt, dass viel­fach das Vo­lu­men der Haus­müll­ton­ne zu knapp be­mes­sen wur­de. Um Ge­büh­ren für ei­ne grö­ße­re Ton­ne zu spa­ren, wer­de dann das Zu­viel an Müll an den Wert­stoff­in­seln ent­sorgt. Oft­mals spiel­te wohl auch Be­quem­lich­keit ei­ne Rol­le, denn ein Groß­teil der il­le­gal ent­sorg­ten Ab­fäl­le hät­te kos­ten­los am ge­meind­li­chen Wert­stoff­hof ab­ge­ge­ben wer­den kön­nen. Das Land­rats­amt Mühl­dorf am Inn kann da­ge­gen kei­ne pau­scha­le Aus­sa­ge zum Vo­lu­men der Haus­müll­to­ne tref­fen, da die Zu­tei­lung hier auf An­trag er­folgt und so­mit je­der Bür­ger die ⭲ Wahl zwi­schen ver­schie­de­nen Be­häl­ter­vo­lu­men hat.

Fra­gen be­ant­wor­tet die kom­mu­na­le Ab­fall­wirt­schaft des Land­rats­amts Mühl­dorf am Inn un­ter Ruf­num­mer +49 86 31/69 97 44 oder per E‑Mail an abfallwirtschaft@lra-mue.de. Mehr In­for­ma­tion ist on­line ab­ruf­bar un­ter www.lra-mue.de/abfallwirtschaft. Da­rüber hin­aus in­for­mie­ren ein „Ab­fall­news­let­ter“ und ein „Ent­sor­gungs­ka­len­der“ über ak­tu­el­le The­men und ein „Ton­nen­alarm“ per E‑Mail oder über WhatsApp über Lee­rungs­ter­mi­ne der Ab­fall­be­häl­ter. 


Erstveröffentlichung

Print: Inn-Salz­ach blick, 10. Jg., Nr. 45/2019, Sams­tag, 9. No­vem­ber 2019, S. 1f., Ko­lum­ne „Leit­ar­ti­kel“ [138/3/1/7].
Online: ⭱ blick-punkt.com, Mitt­woch, 6. No­vem­ber 2019; ⭱ E‑Paper Inn-Salz­ach blick, Sams­tag, 9. No­vem­ber 2019. Stand: Neu­jahr, 1. Ja­nu­ar 2020.
 

Dr. Olaf Konstantin Krueger M.A.

Digitaljournalist – Digitalpolitiker

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