Dank für Bemühungen – Ablehnung für Alternative
Kaum Chancen für erweiterten Sportplatz?

Ra­mer­berg — Das Tau­zie­hen um die Ver­le­gung des Sport­plat­zes aus Ra­mer­bergs Orts­mit­te an den nord­west­li­chen Orts­aus­gang von Zel­ler­reit hält an. Im Ju­li prä­sen­tier­te die Bür­ger­ini­tia­ti­ve (BI) „Für ein lie­­bens- und le­bens­wer­tes Ra­mer­berg“ dem „Sport­ver­ein Ra­mer­berg 1952 e. V. (SVR)“ ei­ne Stand­ort­al­ter­na­ti­ve. Die­se kann den Ge­mein­de­rat und SVR bis­lang je­doch nur we­nig über­zeu­gen: Der Ge­mein­de­rat hat auf sei­ner jüngs­ten Sit­zung die Al­ter­na­ti­ve der BI zwar zur Kennt­nis ge­nom­men, sich aber we­der da­für noch da­ge­gen aus­ge­spro­chen. Wäh­rend sich die SVR-Vor­stand­schaft für den Al­ter­na­tiv­vor­schlag zwar be­dankt, die­sen aber mit Ver­weis auf die für den Sport­ver­ein er­for­der­li­che Pla­nungs­si­cher­heit ab­lehnt, ver­mu­tet die BI hin­ter die­ser Po­si­tion eher fi­nan­ziel­le Er­wä­gun­gen.

In ei­ner schrift­li­chen Stel­lung­nah­me be­grüßt Ers­ter Bür­ger­meis­ter Georg Gäch und der Ge­mein­de­rat den Aus­tausch zwi­schen BI, SVR, Mit­glie­dern des Ge­mein­de­rats so­wie den Grund­stücks­ei­gen­tü­mern Alois Bichler, Rupert Riedl und der Fa­mi­lie Schuster. Zu­gleich er­in­nern sie da­ran, dass die Idee ei­ner teil­wei­sen Ver­le­gung und Er­wei­te­rung des be­ste­hen­den Fuß­ball­plat­zes auf das Grund­stück von Riedl „nicht neu“ sei: Auf­grund ei­nes ent­spre­chen­den An­trags des SVR ha­be be­reits vor 16 Jah­ren ei­ne Orts­be­sich­ti­gung durch Ver­tre­ter des Ge­mein­de­ra­tes, des Sport­ver­eins und An­lie­gern statt­ge­fun­den. Das Vor­ha­ben wä­re je­doch im April 2003 an der zu er­war­ten­den Lärm­im­mis­sion und der Nä­he zur Wohn­be­bauung ge­schei­tert.

Wei­te­res Pro­blem: Im neu­en Ge­mein­de­haus sei­en kei­ne Du­schen und Um­klei­den für die Fuß­bal­ler vor­ge­se­hen: „Die dort ein­ge­bau­ten zwei Um­klei­den mit je zwei Du­schen sind nicht für zwei Mann­schaf­ten mit je min­des­tens elf Spie­lern aus­ge­legt“, er­läu­tert der Ge­mein­de­rat. „Für Orts­un­kun­di­ge sei hin­zu­ge­fügt, dass sich das Ge­bäu­de mit den bis­he­ri­gen zwei Ka­bi­nen und ei­ner Toi­let­te di­rekt ne­ben dem neu­en Ge­mein­de­haus in über 200 Me­tern Ent­fer­nung zum Sport­platz be­fin­det. Die­se Si­tua­tion war ei­ner der Grün­de für den An­trag des SVR auf Er­rich­tung ei­nes Sport­ge­län­des mit Ka­bi­nen­ge­bäu­de in Zel­ler­reit-Un­ter­feld.“ Der Ge­mein­de­rat gibt mit Blick auf die Nach­hal­tig­keit zu Be­den­ken, dass die Le­bens­dauer von „flie­gen­den Bau­ten“, sprich: Con­tai­nern, nur et­wa zehn Jah­re be­tra­ge.

Ob ei­ne Er­wei­te­rung des be­ste­hen­den Sport­plat­zes recht­lich mög­lich sei, las­se sich wie in Zel­ler­reit-Un­ter­feld nur durch Gut­ach­ten und die Ein­lei­tung ei­nes Bau­leit­ver­fah­rens klä­ren. Die­ses müss­te wie­de­rum vom SVR als Vor­ha­bens­trä­ger be­an­tragt wer­den und wä­re mit er­heb­li­chen Kos­ten ver­bun­den. Da­nach sieht es al­ler­dings nicht aus.

SVR strebt nach dauer­haf­ter Lö­sung

Die Vor­stand­schaft des SVR ist zwar ih­rer­seits für die Un­ter­stüt­zung bei der Grund­stücks­su­che dank­bar, doch „nach ein­ge­hen­der Über­prü­fung“ zum Er­geb­nis ge­langt, dass der von der BI vor­ge­schla­ge­ne al­ter­na­ti­ve Stand­ort „nicht für die ge­plan­te Maß­nah­me ge­eig­net ist“. Schrift­lich er­klärt der Ver­ein, dass we­gen der feh­len­den Ab­stands­flä­chen zur Wohn­be­bauung kei­ne Ge­neh­mi­gung zu er­war­ten sei. Außer­dem las­se ei­ne Pacht­dauer von le­dig­lich zehn Jah­ren mit der Op­tion auf stän­di­ge Ver­län­ge­rung kei­ne lang­fris­ti­ge Fi­nan­zie­rung zu. Da die Ver­päch­ter auf ih­ren Grund­stü­cken über­dies kei­ne fest­ste­hen­den Bau­ten für Um­klei­de­ka­bi­nen mit Du­schen und Toi­let­ten er­laub­ten, ha­be der SVR kei­ne Pla­nungs­si­cher­heit über die zehn Jah­re hin­aus: „Die der­zei­ti­ge Vor­stand­schaft sieht sich in der Pflicht, den Ver­ein in al­len Be­rei­chen lang­fris­tig auf­zu­stel­len. Da­zu ge­hört ins­be­son­de­re ei­ne lang­fris­ti­ge Si­che­rung ei­nes drin­gend not­wen­di­gen Sport­areals mit den ent­spre­chen­den Bau­ten. Mit der der­zei­ti­gen und auch der von der Bür­ger­ini­tia­ti­ve an­ge­sto­ße­nen Grund­stücks­lö­sung ist dies in keins­ter Wei­se ge­ge­ben und so­mit auch nicht ge­gen­über den Ver­eins­mit­glie­dern zu ver­ant­wor­ten.“ In Zel­ler­reit-Un­ter­feld sei hin­ge­gen die Bau­leit­pla­nung in vol­lem Gan­ge und die­ser Stand­ort bö­te ei­ne Pla­nungs­si­cher­heit für 30 Jah­re.

Gleich­wohl nimmt der Sport­ver­ein „das Un­ter­stüt­zungs­an­ge­bot der Bür­ger­ini­tia­ti­ve auch wei­ter­hin ger­ne an und wür­de sich freu­en, wenn man ge­mein­sam ei­ne Lö­sung der um­strit­te­nen Zu­fahrt zu den dor­ti­gen Sport­stät­ten er­ar­bei­ten wür­de“.

Kri­tik der Bür­ger­ini­tia­ti­ve

Den Grund für die Ab­leh­nung des al­ter­na­ti­ven Stand­or­tes Ra­mer­berg durch den SVR sieht Ute Fischbach-Kirchgraber, Spre­che­rin der BI, eher in der fi­nan­ziel­len För­de­rung durch den Baye­ri­schen Fuß­ball-Ver­band (BFV) in Hö­he von 250.000 Eu­ro. Die­se er­hal­te der SVR nur bei ei­nem lang­fris­ti­gen Pacht­ver­trag. Dass aber mit dem Stand­ort Zel­ler­reit „vie­le teu­re For­de­run­gen und Un­wäg­bar­kei­ten ver­bun­den sind, will man nicht wahr­ha­ben, eben­so we­nig die Be­den­ken der be­trof­fe­nen An­woh­ner, die nicht nur von Lärm be­trof­fen sind, son­dern von ei­ner un­zu­mut­ba­ren Ver­kehrs­si­tua­tion, die übri­gens nicht den Vor­ga­ben des BFV an die Sport­stät­te ent­spricht.“ Und dass der Ge­mein­de­rat kei­nen Stand­ort fa­vo­ri­sie­re, sei „nicht zu er­ken­nen. Schließ­lich hat man für das Gut­ach­ten be­reits ei­ne Men­ge Geld aus­ge­ge­ben und das, ob­wohl ein be­reits in Auf­trag ge­ge­be­nes Gut­ach­ten ein paar Jah­re vor­her zu ei­nem ganz an­de­ren Er­geb­nis ge­kom­men ist. Wo­raus sich schlie­ßen lässt, dass es die Vor­ga­be war, dies­mal das Vor­ha­ben Sport­an­la­ge in Zel­ler­reit un­be­dingt mög­lich zu ma­chen“, so Fischbach-Kirchgraber. 


Erstveröffentlichung

Print: Ro­sen­hei­mer blick, Inn­ta­ler blick, Mang­fall­ta­ler blick, Was­ser­bur­ger blick, 32. Jg., Nr. 33/2019, Sams­tag, 17. Au­gust 2019, S. 5, Ko­lum­ne „Lo­ka­les“ [208/5/1/10].
Online: ⭱ blick-punkt.com, Diens­tag, 13. Au­gust 2019; ⭱ E‑Paper Ro­sen­hei­mer blick, ⭱ E‑Paper Inn­ta­ler blick, ⭱ E‑Paper Mang­fall­ta­ler blick, ⭱ E‑Paper Was­ser­bur­ger blick, Sams­tag, 17. Au­gust 2019.
 

Dr. Olaf Konstantin Krueger M.A.

Digitaljournalist – Digitalpolitiker

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