Rats- und Bürgerbegehren zum Waldbad Waldkraiburg
Doppelter Bürgerentscheid soll Klarheit bringen

Wald­krai­burg — Der Dis­put um den Neu­bau ei­nes in­ter­kom­mu­na­len Schwimm­ba­des im Ver­bund mit der Ge­mein­de Aschau am Inn oder die Sa­nie­rung des ma­ro­den Wald­ba­des Wald­krai­burg geht in die näch­ste Run­de: Die Wald­krai­bur­ger kön­nen am Sonn­tag, 13. Mai, so­wohl für das Rats­be­geh­ren pro Neu­bau als auch für das Bür­ger­be­geh­ren pro Sa­nie­rung ab­stim­men so­wie ei­ne Stich­fra­ge be­ant­wor­ten. Der Stadt­rat hat auf sei­ner Son­der­sit­zung am 6. März bei­de Be­geh­ren für zu­läs­sig er­klärt und den Ter­min für den „dop­pel­ten“ Bür­ger­ent­scheid fest­ge­legt.

Rats- und Bür­ger­be­geh­ren sind der vor­läu­fi­ge Hö­he­punkt ei­ner Aus­ein­an­der­set­zung um den ord­nungs­ge­mä­ßen Be­trieb des de­fi­zi­tä­ren Wald­ba­des. Wäh­rend nach An­sicht der UWG und von Tei­len der SPD-Frak­tion ein Neu­bau in in­ter­kom­mu­na­ler Zu­sam­men­ar­beit mit der Ge­mein­de Aschau am Inn die „lang­fris­tig nach­hal­tigs­te und zu­gleich kos­ten­güns­tigs­te Va­rian­te“ ist, wol­len die Ini­tia­to­ren des Bür­ger­be­geh­rens, zu de­nen auch SPD-Stadt­rä­te und die op­po­si­tio­nel­le CSU-Frak­tion ge­hö­ren, das Wald­bad Wald­krai­burg in der Rei­chen­ber­ger­stra­ße mit Schwimm­ein­rich­tun­gen und Ge­bäu­den als „tra­di­tio­nel­len Treff­punkt für Fa­mi­lien, Freun­de und Ver­ei­ne“ er­hal­ten.

Dis­put in sie­ben Ak­ten

Mit 6:5 Stim­men hat­te der Haupt- und Fi­nanz­aus­schuss am 23. Ja­nu­ar für den Neu­bau ei­nes Frei­ba­des ge­mein­sam mit der Ge­mein­de Aschau am Inn vo­tiert. Der Stadt­rat folg­te der Be­schluss­vor­la­ge am 6. Fe­bru­ar nach ein­ge­hen­der De­bat­te mit 16:15 Stim­men. Un­mit­tel­bar da­nach reich­te ein vom „För­der­ver­ein Wald­bad Wald­krai­burg (FöVeWW)“ so­wie SPD- und CSU-Po­li­ti­kern ge­tra­ge­nes Ak­tions­bünd­nis den An­trag für ein Bür­ger­be­geh­ren ein. Bür­ger­meis­ter Ro­bert Pötzsch (UWG), der Ge­schäfts­füh­rer der Stadt­werke Her­bert Lech­ner und In­ge­nieur Jo­sef Kraut­lo­her er­läu­ter­ten ih­ren Stand­punkt am 21. Fe­bru­ar auf ei­ner Bür­ger­ver­samm­lung im Haus der Kul­tur vor gut 500 Wald­krai­bur­gern. Vier Ta­ge spä­ter reich­te die UWG-Stadt­rats­frak­tion bei der Stadt­ver­wal­tung den An­trag für ein Rats­be­geh­ren ein, wo­durch den Be­für­wor­tern ei­nes Neu­baus die Mög­lich­keit ge­ge­ben wer­den soll­te, eben­falls ak­tiv ab­zu­stim­men. Das Ak­tions­bünd­nis wie­de­r­um leg­te am 27. Fe­bru­ar im Rat­haus die ers­ten 212 Un­ter­schrif­ten­lis­ten für das Bür­ger­be­geh­ren vor und er­reich­te die da­für not­wen­di­ge An­zahl am 2. März. Mit sei­ner Son­der­sit­zung am 6. März hat der Stadt­rat den Weg für den dop­pel­ten Bür­ger­ent­scheid frei ge­macht.

Wahl­be­rech­tig­te ha­ben drei Stim­men

Die wahl­be­rech­tig­ten Wald­krai­bur­ge­rin­nen und Wald­krai­bur­ger sind nun zur Stimm­ab­ga­be am 13. Mai auf­ge­ru­fen. Die Wahl­schei­ne mit der In­for­ma­tion über das je­weils zu­stän­di­ge Wahl­lo­kal wer­den per Post zu­ge­stellt. Auf dem Stimm­zet­tel sind drei Fra­gen zu be­ant­wor­ten. Beim ers­ten Bür­ger­ent­scheid, dem Rats­be­geh­ren, lau­tet die Fra­ge: „Sind Sie für den Neu­bau ei­nes Frei­ba­des in in­ter­kom­mu­na­ler Zu­sam­men­ar­beit mit der Ge­mein­de Aschau a. Inn?“. Beim zwei­ten Bür­ger­ent­scheid, dem Bür­ger­be­geh­ren, lau­tet die Fra­ge: „Das be­ste­hen­de Wald­bad Wald­krai­burg mit Schwimm­ein­rich­tun­gen und Ge­bäu­den soll am Stand­ort Wald­krai­burg, Rei­chen­ber­ger­straße 60, er­hal­ten blei­ben.“ Bei­de Fra­gen sind ent­we­der mit „Ja“ oder mit „Nein“ an­zu­kreu­zen. Die drit­te Fra­ge, die Stich­fra­ge, kommt zum Tra­gen, falls bei­de Bür­ger­ent­schei­de stimm­gleich ab­schnei­den: „Wer­den die bei Bür­ger­ent­scheid 1 (Rats­be­geh­ren) und 2 (Bür­ger­be­geh­ren) zur Ab­stim­mung ge­stell­ten Fra­gen in ei­ner mit­ein­an­der nicht zu ver­ein­ba­ren­den Wei­se je­weils mehr­heit­lich mit Ja be­ant­wor­tet: Wel­che Ent­schei­dung soll dann gel­ten?“ Die Be­ant­wor­tung er­folgt durch Aus­wahl zwi­schen „Neu­bau (Bür­ger­ent­scheid 1/Rats­be­geh­ren)“ oder „Wald­bad (Bür­ger­ent­scheid 2/Bür­ger­be­geh­ren)“.

Mehr In­for­ma­tion ist on­line ab­ruf­bar un­ter https://tinyurl.com/yboaf2l4. 


Erstveröffentlichung

Print: Inn-Salz­ach blick, 10. Jg., Nr. 10/2018, Sams­tag, 10. März 2018, S. 5, Ko­lum­ne „Lo­ka­les“ [133/3/ – /1].
Online: blick-punkt.com, Mitt­woch, 7. März 2018; E‑Paper Inn-Salz­ach blick, Sams­tag, 10. März 2018.
 

Dr. Olaf Konstantin Krueger M.A.

Digitaljournalist – Digitalpolitiker

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