Corona-Krise: Umstrittenes Infektionsschutzgesetz im Eiltempo verabschiedet
Grosse-Brömer: „Ein Parlamentsstärkungsgesetz“

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🦠 Berlin — Obgleich hoch­gra­dig um­strit­ten, ist das drit­te „Ge­setz zum Schutz der Be­völ­ke­rung bei ei­ner epi­de­mi­schen La­ge von na­tio­na­ler Trag­wei­te“ in­ner­halb von nur acht Stun­den von Bun­des­tag und Bun­des­rat ver­ab­schie­det und vom Bun­des­prä­si­den­ten aus­ge­fer­tigt wor­den. Bun­des­re­gie­rung und Lan­des­re­gie­run­gen hof­fen, dass mit die­sem „drit­ten Be­völ­ke­rungs­schutz­ge­setz“ die grund­rechts­ein­schrän­ken­den Maß­nah­men zur Ver­hin­de­rung der Ver­brei­tung des neu­ar­ti­gen Coronavirus’ (SARS-CoV-2) ge­richts­fest sind. Den­noch se­hen nam­haf­te Ju­ris­ten die ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­den­ken mit die­ser No­vel­le nicht aus­ge­räumt. Auch aus der Op­po­si­tion im Bun­des­tag kommt teils har­sche Kri­tik. Ih­re Stim­men wa­ren für die An­nah­me des Ge­set­zes aber nicht er­for­der­lich. [Galerie]

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EuGH erteilt anlassloser Massenüberwachung Absage
Leutheusser-Schnarrenberger: „Sargnagel für den Zombie Vorratsdatenspeicherung“

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💻 Luxemburg / Berlin / München — Po­li­zei­be­am­te und In­nen­po­li­ti­ker mur­ren, Bür­ger­recht­ler und Di­gi­tal­po­li­ti­ker froh­lo­cken: Das flä­chen­de­cken­de und an­lass­lo­se Spei­chern von Te­le­kom­mu­ni­ka­tions­ver­kehrs­da­ten bleibt laut Ur­teil des Ge­richts­hofs der Eu­ro­päi­schen Union (EuGH) un­zu­läs­sig. Aus­nah­men sind al­ler­dings mög­lich: zur Be­kämp­fung schwe­rer Kri­mi­na­li­tät oder zur Ab­wehr ei­ner Be­dro­hung der na­tio­na­len Si­cher­heit. „Goodbye Vor­rats­da­ten­spei­che­rung“, freut sich die ehe­ma­li­ge Bun­des­mi­nis­te­rin der Jus­tiz und stell­ver­tre­ten­de Vor­stands­vor­sit­zen­de der Frie­drich-Nau­mann-Stif­tung, Sabine Leut­heus­ser-Schnar­ren­ber­ger. Dem­ge­gen­über ap­pel­liert Bayerns In­nen­mi­nis­ter Joachim Herrmann an den Bund: „Wir müs­sen al­le Spiel­räu­me schnellst­mög­lich nut­zen. Ge­ra­de die Spei­che­rung von IP-Adres­sen muss ent­spre­chend der jet­zi­gen Vor­ga­ben des EuGH aus­ge­schöpft wer­den.“

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Corona-Krise: Mobile Raumluftreiniger sollen Virenlast in Schulen verringern
„AHA“-Regel wird zur „AHA+L“-Maßgabe

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🦠 Berlin / München — Abstandhalten, Hy­gie­ne­maß­nah­men, All­tags­mas­ken und Lüf­tun­gen sol­len die­sen Herbst und Win­ter die Aus­brei­tung des neu­ar­ti­gen Coronavirus (SARS-CoV-2) ver­rin­gern. Neue COVID-19-Fäl­le, re­gio­nal schlag­zei­len­träch­ti­ge Quarantäne-Maß­nah­men und die be­vor­ste­hen­den Herbst­fe­rien rü­cken die Schu­len in den Mit­tel­punkt die­ser „AHA+L“-Maß­ga­be. So for­dert Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Anja Karliczek er­höh­te An­stren­gun­gen, um den Schul­be­trieb si­cher­zu­stel­len: Al­le Be­tei­lig­ten soll­ten sich beim Prä­senz­un­ter­richt in Klas­sen­räu­men dis­zi­pli­niert ver­hal­ten. Zu­gleich un­ter­stützt das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Un­ter­richt und Kul­tus (StMUK) die Trä­ger der Schu­len mit ei­nem Ge­samt­vo­lu­men von 37 Mil­lio­nen Eu­ro bei der Um­set­zung tech­ni­scher Maß­nah­men zum „in­fek­tions­schutz­ge­rech­ten Lüf­ten“. Be­trof­fen im Frei­staat: cir­ca 86.000 Klas­sen- und Fach­räu­me so­wie Leh­rer­zim­mer in rund 6.000 Schulen. [Galerie]

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Bayern geologisch für Endlager radioaktiver Abfälle geeignet
Ludwig: „Bei uns nicht denkbar“

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München / Rosenheim / Mühldorf a.Inn — Fast Zwei­drit­tel der Flä­che Bayerns eig­net sich geo­lo­gisch zum End­la­gern hoch­ra­dio­ak­ti­ver Ab­fäl­le für ei­ne Mil­lion Jah­re. Das be­sagt der Zwi­schen­be­richt der für das Such­ver­fah­ren zu­stän­di­gen Bun­des­ge­sell­schaft für End­la­ge­rung (BGE). Da­nach kom­men im Frei­staat sie­ben so­ge­nann­te Teil­ge­bie­te in Fra­ge, län­der­über­grei­fend ins­ge­samt 76 Land­krei­se mit ei­ner Flä­che von fast 42.000 Qua­drat­ki­lo­me­tern. In Süd­ost­ober­bayern eig­ne­ten sich die Land­krei­se Altötting, Mühldorf am Inn, Rosenheim und Traunstein für ein End­la­ger. Die Stand­ort­ent­schei­dung soll im Jahr 2031 fal­len, das End­la­ger 2050 in Be­trieb ge­hen. Doch schon die Ver­öf­fent­li­chung des Zwi­schen­be­richts und die Heraus­nah­me des Salz­stocks Gorleben we­gen geo­lo­gi­scher Män­gel ru­fen im Frei­staat Kri­tik her­vor.

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Fachpraxen für Logopädie und Lerntherapie LOGOneum
Online-Therapie überbrückt Corona-Krise

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🦠 Eggenfelden / Altötting — Eine al­ters­ge­rech­te Sprach­ent­wick­lung ist die ent­schei­den­de Voraus­set­zung für das Le­sen- und Schrei­ben­ler­nen, mit­hin für ei­ne er­folg­rei­che Bil­dungs­lauf­bahn, be­tont der Deut­sche Bun­des­ver­band für Lo­go­pä­die e. V. (dbl). Ge­ziel­te lo­go­pä­di­sche The­ra­pie kann von Sprach­ent­wick­lungs­stö­run­gen be­trof­fe­nen Kin­dern hel­fen. In Eggenfelden und Altötting bie­ten die bar­riere­freien Fach­pra­xen für Logopädie und Lerntherapie LOGOneum von In­ha­be­rin Kerstin Jaeger seit 2005 ent­spre­chen­de the­ra­peu­ti­sche Un­ter­stüt­zung. In der Corona-Krise stark nach­ge­fragt: die Online-Therapien von LOGOneum.

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Neumarkt-Sankt Veit trotzt der Corona-Krise
Baumgartner: „Man wird erfinderisch“

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🎤🦠 Neumarkt-Sankt Veit — Die Kom­mu­nen be­schäf­tigt die Fra­ge nach ih­rer Be­last­bar­keit, Kri­sen­fes­tig­keit und Zu­kunfts­fä­hig­keit. In der Corona-Krise müs­sen sie sich nach den Kom­mu­nal­wah­len im Früh­jahr 2020 zu­dem im Lauf­schritt re­or­ga­ni­sie­ren: Pandemie, Lockdown und Wirt­schafts­ein­bruch ver­lan­gen zu­sätz­li­che An­stren­gun­gen zu deren Be­wäl­ti­gung. Die kom­mu­na­len Ver­ant­wor­tungs­trä­ger wer­den im­mer stär­ker ge­for­dert. Auch in Neumarkt-Sankt Veit. Fra­gen an Erwin Baumgartner, seit 2002 Ers­ter Bür­ger­meis­ter der his­to­ri­schen Stadt an der Rott im ober­baye­ri­schen Land­kreis Mühldorf a.Inn, wel­che mit der Ge­mein­de Egglkofen die Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Neumarkt-Sankt Veit bil­det.

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Bundesrat will Geräuschbelästigung drastisch verringern
Biker protestieren gegen Fahrverbote

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München — Biker-Protest in München: Rund 10.000 Mo­tor­rad­fah­rer de­mon­strie­ren mit ei­nem Kor­so auf dem Mitt­le­ren Ring. Trotz De­mon­stra­tions­ver­bots zeigt die mo­to­ri­sier­te Zwei­rad­ge­mein­de fried­lich ih­re Ab­leh­nung der Ent­schlie­ßung des Bun­des­ra­tes „zur wirk­sa­men Min­de­rung und Kon­trol­le von Mo­tor­rad­lärm“. Pro­tes­tiert wird auch in an­de­ren Groß­städ­ten. Denn geht es nach der Län­der­kam­mer, sol­len für Biker über­all zeit­lich be­schränk­te Fahr­ver­bo­te an Sonn- und Feier­ta­gen gel­ten kön­nen. Und die Ent­schlie­ßung vom 15. Mai sieht noch mehr vor: et­wa „den Um­stieg auf nach­hal­ti­ge und lärm­ar­me Mo­bi­li­tät in Form von lärm­ar­men Mo­tor­rä­dern mit al­ter­na­ti­ven An­triebs­tech­ni­ken wie den Elek­tro­an­trieb“. Da­ge­gen wächst der Wi­der­stand. So wen­det sich die On­line-Pe­ti­tion „Kei­ne Fahr­ver­bo­te für Mo­tor­rä­der an Sonn- und Feier­ta­gen“ ge­gen Ver­all­ge­mei­ne­rung und Ein­sei­tig­keit. Rund 200.000 Un­ter­stüt­zer hat sie. Nun be­geh­ren auch pro­mi­nen­te baye­ri­sche Lan­des- und Bun­des­po­li­ti­ker auf.

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Corona-Krise: Krankenhäuser benötigen Blutkonserven
BSD ruft zum Blutspenden auf

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🦠 München — Jeden Tag werden in Bayern rund 2.000 Blut­kon­ser­ven zur Ver­sor­gung von Ver­letz­ten und Kran­ken be­nö­tigt. Doch Corona-Krise, Lockdown und Social Distancing ver­knap­pen de­ren Ver­füg­bar­keit. Der Blut­spen­de­dienst (BSD) des Baye­ri­schen Ro­ten Kreu­zes warnt nun vor Eng­päs­sen: Ein­schrän­kun­gen des Spen­de­diens­tes durch die Hy­gie­ne- und Schutz­maß­nah­men ei­ner­seits, nach­zu­ho­len­de Opera­tio­nen und Or­gan­trans­plan­ta­tio­nen an­de­rer­seits be­ein­fluss­ten die Ver­sor­gung der Kran­ken­häu­ser mit Blut. Die Pandemie be­ein­träch­ti­ge die vom BSD an­ge­bo­te­nen sta­tio­nä­ren und mo­bi­len Blut­spen­de­ter­mi­ne, füh­re „sehr kurz­fris­tig zu Ter­min­lo­kal­än­de­run­gen oder -ver­schie­bun­gen“. Blut­spen­der sol­len sich des­halb vor­ab über mög­li­che Än­de­run­gen informieren.

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Gezielte Überwachung der Szene
Auto-Poser im Visier der Polizei

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🚨 Mühldorf a.Inn / Rosenheim — Heulende Mo­to­ren im Leer­lauf, hoch­tou­ri­ges Fah­ren, star­kes Be­schleu­ni­gen und Brem­sen: Die „Auto-Poser-Szene“ sieht die Stra­ßen nach dem Lockdown wie­der als ihre Büh­ne. Da­bei ver­ur­sacht die als „Posing“ be­zeich­ne­te rück­sichts­lo­se Fahr­wei­se in In­nen­städ­ten zu­sätz­li­chen Lärm und ver­meid­ba­re Ab­ga­se, führt zu Ver­druss bei Pas­san­ten und An­woh­nern. Die Po­li­zei hält seit Jah­ren da­ge­gen, hat fach­lich und sach­lich auf­ge­rüs­tet und sucht, die dreis­ten Selbst­dar­stel­ler aus­zu­brem­sen: Ver­kehrs­kon­trol­len füh­ren im­mer wie­der zu Buß­gel­dern, Punk­ten in Flens­burg, Ord­nungs­wi­drig­keits­ver­fah­ren und Fahr­ver­bo­ten. Das Po­li­zei­prä­si­dium Ober­bayern Süd rät, jeg­li­che Be­hin­de­rung, Be­läs­ti­gung oder Ge­fähr­dung un­mit­tel­bar te­le­fo­nisch an die ört­lich zu­stän­di­ge Po­li­zei­in­spek­tion oder über den Not­ruf 110 zu mel­den. Selbst wenn der Aus­gang ei­nes Ein­sat­zes of­fen ist und stets der Ein­zel­fall ge­prüft wird, ist die Po­li­zei auf die Mit­hil­fe der Bür­ger an­ge­wie­sen.

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Corona-Warn-App: Freiwilligkeit vs. Nutzungspflicht
Infizierte Arbeitnehmer haben Informationspflicht

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🦠 Berlin — Die staatliche „Corona-Warn-App (CWA)“ ist fer­tig, kann frei­wil­lig herunter­ge­la­den und kos­ten­los auf dem Smartphone/iPhone in­stal­liert wer­den. Mit breit an­ge­leg­ter Kam­pag­ne wird sie nun be­wor­ben. Die An­wen­dung soll hel­fen, In­fek­tions­ket­ten bes­ser zu er­ken­nen und die Kon­takt­per­so­nen ei­nes In­fi­zier­ten schnell zu in­for­mie­ren. „Ein klei­ner Schritt für je­den von uns, aber ein gro­ßer Schritt für die Pan­de­mie­be­kämp­fung“, froh­lockt der Chef des Bun­des­kanz­ler­amts, Prof. Dr. Helge Braun (CDU). Die im Google Play Store und im App Store down­load­ba­re Tracing-App sei kei­nes­wegs die ers­te zur Kon­takt­ver­fol­gung. „Aber ich bin ziem­lich über­zeugt, es ist die Beste“, strahlt Braun. Tat­säch­lich ist die Re­so­nanz hoch. Doch man­che sträu­ben sich ge­gen die App – aus un­ter­schied­li­chen Grün­den. Ei­ni­ge war­nen so­gar vor Kon­se­quen­zen für Ar­beit­neh­mer.

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