Rosenheimer Gemeinde- und Landkreiswahlen 2020
Piraten vertreten „sozialdigitale Kommunalpolitik“

Rosenheim — „So­zial­di­gi­ta­le Kom­mu­nal­po­li­tik für den Land­kreis Ro­sen­heim“ ist die „di­gi­ta­le Agen­da“ des Kreis­ver­ban­des Ro­sen­heim der Piraten­par­tei Deutsch­land, mit der die PIRATEN in die Ge­mein­de- und Land­kreis­wah­len 2020 star­ten. Die Agen­da de­fi­niert drei Leit­li­nien „so­zial­di­gi­ta­ler“ Kom­mu­nal­po­li­tik so­wie sechs Pro­gramm­punk­te, für wel­che sich die Di­gi­tal­po­li­ti­ker in 2020 in der kreis­freien Stadt und im Land­kreis Ro­sen­heim schwer­punkt­mä­ßig ein­set­zen wol­len. „Die tech­nisch ge­trie­be­ne Di­gi­ta­li­sie­rung ist Ur­sa­che vie­ler ge­sell­schaft­li­cher und wirt­schaft­li­cher Um­brü­che – und die Struk­tur­dis­rup­tion er­fasst auch die Kom­mu­nen“, er­läu­tert Ini­tia­tor Dr. Olaf Konstantin Krueger, Po­li­ti­scher Ge­schäfts­füh­rer des Kreis­ver­ban­des Ro­sen­heim und des Be­zirks­ver­ban­des Ober­bayern der PIRATEN.

Da­mit die Chan­cen der Di­gi­ta­li­sie­rung wahr­ge­nom­men wer­den, ist de­ren Ge­stalt­bar­keit sou­ve­rän an­zu­er­ken­nen und das Ef­fi­zienz­po­ten­zial in ei­ne en­er­­gie- und res­sour­cen­scho­nen­de, re­si­lien­te, bür­ger­zen­trier­te und so­zial ver­träg­li­che Kom­mu­nal­po­li­tik zu über­set­zen“, sagt Krueger. Die Un­ge­wiss­heit der tech­no­lo­gi­schen In­no­va­tions­ent­wick­lung stel­le ei­ne Heraus­for­de­rung für Wirt­schaft, Zi­vil­ge­sell­schaft und Po­li­tik glei­cher­ma­ßen dar, wes­halb die früh­zei­ti­ge ko­opera­ti­ve Ein­bin­dung re­le­van­ter Ak­teu­re und Mul­ti­pli­ka­to­ren in den Ver­än­de­rungs­pro­zess auch auf kom­mu­na­ler Ebene ele­men­tar sei. Da­bei sei­en we­der Tech­nik­gläu­big­keit noch Tech­nik­skep­sis hilf­reich: „Mas­ter­plä­ne, die auf steue­rungs­op­ti­mis­ti­schem Pla­nungs­den­ken grün­den, sind für ein hoch dy­na­mi­sches Um­feld un­ge­eig­net“, meint Krueger. Der Di­gi­tal­po­li­ti­ker hält viel­mehr ab­strak­te, prin­zi­pien­ge­lei­te­te Vor­stel­lun­gen und ska­lier­ba­re Pro­jek­te für ziel­füh­rend. Zu­dem be­nö­tig­ten die Kom­mu­nen ne­ben di­­gi­­tal-kom­­pe­­ten­­ten Kreis‑, Ge­mein­de- und Stadt­rä­ten auch das Ver­trauen der Bür­ger­schaft in die neu­en Mit­tel und tech­ni­schen In­stru­men­te des di­gi­ta­len Ver­wal­tens und der di­gi­ta­len Teil­ha­be. Die Ro­sen­hei­mer PIRATEN be­kräf­tig­ten mit den „Leit­li­nien“ so­zial­di­gi­ta­ler Kom­mu­nal­po­li­tik, für wel­che sich die IT-Spe­zia­lis­ten im Kom­mu­nal­wahl­kampf 2020 ein­set­zen wol­len, ih­re für die letz­ten Ge­mein­de- und Land­kreis­wah­len 2014 be­schlos­se­nen ⭱ kom­mu­nal­po­li­ti­schen „Leit­plan­ken“. Nach­fol­gend der Wort­laut der neu­en Agen­da.

Leit­li­nien so­zial­di­gi­ta­ler Kom­mu­nal­po­li­tik

Die Di­gi­ta­li­sie­rung durch­dringt Ge­sell­schaft, Wirt­schaft und Kul­tur, ver­än­dert sie tief­grei­fend. Die Kom­mu­nal­po­li­tik steht in der Pflicht, bei der di­gi­ta­len Trans­for­ma­tion das Heft des Han­delns in der Hand zu be­hal­ten. Da­zu ist die Di­gi­ta­li­sie­rung zur stra­te­gi­schen Auf­ga­be zu er­klä­ren, um in der kom­mu­na­len Ent­wick­lung dienst­be­reit und un­ab­hän­gig zu blei­ben so­wie im in­for­ma­tions­tech­nisch in­du­zier­ten Wan­del Orien­tie­rung zu ge­ben. Des­halb sind die Kom­mu­nen als zen­tra­le An­sprech­part­ner zu po­si­tio­nie­ren, kom­mu­na­le Di­gi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gien zu ent­wickeln, Trans­pa­renz und Da­ten­ho­heit zu kom­mu­na­len Stand­ort­fak­toren zu er­klä­ren, kom­mu­na­le Di­gi­ta­li­sie­rungs- und Da­ten­kom­pe­tenz auf­zu­bauen, kom­mu­na­le Un­ter­neh­men zu Smart City-/Smart Regions-Kom­pe­tenz­trä­gern zu ent­wi­ckeln so­wie Teil­ha­be und Chan­cen­ge­rech­tig­keit der Bür­ger­schaft zu ge­währ­leis­ten. Die­se Auf­ga­ben er­for­dern so­zial­kom­pe­ten­te Di­gi­tal­po­li­ti­ker in den Kom­mu­nal­par­la­men­ten. Ei­ne so­zial­di­gi­ta­le Kom­mu­nal­po­li­tik fußt ent­spre­chend auf drei Leit­li­nien.

Leit­linie #1 – Bür­ger­nä­he und Teil­habe. Bür­ger­schaft und kom­mu­na­le An­spruchs­grup­pen ste­hen im Mit­tel­punkt der kom­mu­na­len Di­gi­ta­li­sie­rung. Das Ziel ist, das Le­bens­um­feld at­trak­ti­ver, die Da­seins­vor­sor­ge leis­tungs­fä­hi­ger und die re­gio­na­le Wert­schöp­fung nach­hal­tig zu ge­stal­ten so­wie die ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be al­ler und die di­­gi­­tal-kom­­pe­­ten­­te Zi­vil­ge­sell­schaft zu stär­ken. Für die da­für er­for­der­li­chen Di­gi­ta­li­sie­rungs­maß­nah­men sind sys­te­ma­tisch und ziel­ge­rich­tet Mit­tel be­reit­zu­stel­len. Ana­lo­ge Ver­fah­ren be­hal­ten ih­ren Stel­len­wert.

Leit­linie #2 – Di­gi­ta­le Leit­re­gion. Die Di­gi­ta­li­sie­rung wird von den Kom­mu­nen ak­tiv, struk­tu­riert und ge­plant ge­stal­tet. Das Ziel ist, die Or­te vi­tal zu hal­ten. Der Land­kreis Ro­sen­heim wird di­gi­ta­le Leit­re­gion bei in­tel­li­gen­ten, res­sour­cen­spa­ren­den und kli­ma­scho­nen­den Tech­no­lo­gien. Da­zu wird die di­gi­ta­le In­fra­struk­tur aus­ge­baut, die di­gi­ta­le Trans­for­ma­tion der Städ­te und Ge­mein­den un­ter Nach­hal­tig­keits­ge­sichts­punk­ten ge­för­dert und der Stand­ort durch kom­mu­na­le Di­gi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gien, in­ter­kom­mu­na­le Ko­opera­tio­nen und lo­ka­le Leucht­turm­pro­jek­te ge­stärkt.

Leit­linie #3 – Open Govern­ment. Der Aus­bau des Open Govern­ment wird be­schleu­nigt. Das Ziel ist, die öf­fent­li­chen Auf­ga­ben ef­fi­zien­ter zu er­fül­len und da­mit rechts­staat­li­che Trans­pa­renz, de­mo­kra­ti­sche Le­gi­ti­ma­tion und bür­ger­schaft­li­che Par­ti­zi­pa­tion zu be­för­dern. Of­fe­ne Stan­dards sind un­ab­ding­bar. Ei­ne gu­te Per­so­nal- und Fi­nanz­aus­stat­tung so­wie lau­fen­de Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men sind ge­nau­so er­for­der­lich wie die Ge­währ­leis­tung von IT-Si­cher­heit, Per­sön­lich­keits­rechts­schutz und Da­ten­schutz. Die Er­nen­nung von Chief Di­gi­tal Of­fi­cers (CDO) muss mit der Kon­zen­tra­tion auf di­gi­ta­le Kern­the­men ver­knüpft sein.

So­zial­di­gi­ta­le Kom­mu­nal­po­li­tik be­deu­tet land­kreis­weit den Ein­satz
• für ein leis­tungs­star­kes, flä­chen­de­cken­des und ro­bus­tes Gi­ga­bit-Netz
• für ein funk­tio­nie­ren­des of­fe­nes WLAN in den Orts­ker­nen so­wie in al­len öf­fent­li­chen Ver­wal­tungs­ge­bäu­den und im Öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr
• für die in­tel­li­gen­te Ver­net­zung der kom­mu­na­len IT-In­fra­struk­tur, der Schul- und Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen so­wie des ÖPNV
• für die On­line-Ver­öf­fent­li­chung kom­mu­na­ler Ent­schei­dungs­un­ter­la­gen und Da­ten wie Haus­halts­pläne und Amts­blät­ter in ei­ner bar­riere­freien, of­fe­nen und be­ar­beit­ba­ren Form
• für das Strea­men öf­fent­li­cher Rats­sit­zun­gen und Bür­ger­ver­samm­lun­gen so­wie
• für ei­ne Bür­ger-App mit In­for­ma­tio­nen über kom­mu­nal be­deut­sa­me Vor­gän­ge und Leis­tun­gen, tou­ris­ti­sche Or­te und ÖPNV so­wie Wohn­raum­an­ge­bo­te und In­fra­struk­tur in­klu­si­ve Funk­tion für Chat und E‑Par­ti­zi­pa­tion.

For­mal be­schlos­sen vom Kreis­vor­stand Ro­sen­heim der Piraten­par­tei Deutsch­land am 5. De­zem­ber 2019: Bernhard Häusler, Vor­sit­zen­der; Holger-Erhard Maier, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der; Imke Arbinger, Schatz­meis­te­rin; Richard Stinauer, Ge­ne­ral­se­kre­tär; Dr. Olaf Konstantin Krueger, Po­li­ti­scher Ge­schäfts­füh­rer. 


Erstveröffentlichung

Online: ⭱ piratenpartei-rosenheim.org, Don­ners­tag, 5. De­zem­ber 2019; ⭱ piraten-oberbayern.de, Frei­tag, 6. De­zem­ber 2019. Stand: Neu­jahr, 1. Ja­nu­ar 2020.
 

Dr. Olaf Konstantin Krueger M.A.

Digitaljournalist – Digitalpolitiker

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